Wer auch im höheren Alter selbstständig leben möchte, beschäftigt sich früher oder später mit dem Thema Barrierefreiheit. Vielleicht kostet es immer mehr Kraft und Zeit, Treppen zu besteigen, oder das Hören bereitet erste Probleme. Wer derartige Einschränkungen erlebt, braucht in der Regel ein paar Hilfestellungen, möchte aber dennoch seine Autonomie bewahren. Und obwohl das Thema Barrierefreiheit meist mit Rampen, Aufzügen oder rollstuhlgerechten Badezimmern verbunden wird, können schon kleinere Elemente im Alltag entscheidend sein. Tatsächlich sind es gerade Schalter, die darüber bestimmen, wie selbstständig und sicher Menschen sich in den eigenen vier Wänden bewegen können.
Klassische Schalter als Hindernis
Der typische Kippschalter erfüllt zwar seinen Zweck, ist aber nicht für alle Menschen geeignet. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist oder Probleme mit der Feinmotorik hat, stößt bei ihm schnell auf Schwierigkeiten. Mal sitzen die Schalter zu hoch, mal sind sie zu klein oder lassen sich nur schwer bewegen. Selbst schlecht beleuchtete Flure oder Treppenhäuser werden plötzlich zum Risiko, wenn man nicht an den Schalter gelangt. Was auf den ersten Blick unbedeutend wirkt, wird aus der Perspektive eines zunehmend eingeschränkten Menschen schnell zur echten Herausforderung und entscheidet am Ende über die Lebensqualität.
Breite Flächen und klare Kontraste
Doch wie sieht ein barrierefreier Schalter eigentlich aus? Im ersten Schritt kann es hilfreich sein, die Fläche des Schalters größer zu gestalten, sodass man ihn auch mit wenig Kraft und Beweglichkeit bewegen kann. Modelle mit Wippen oder Tastflächen sind hier deutlich komfortabler. Genauso wichtig ist die optische Gestaltung. Kontrastreiche Farben sorgen dafür, dass Schalter sofort erkennbar sind, auch wenn die Augen nicht mehr mit ihrem vollen Potenzial operieren. Ist die Wand also zum Beispiel weiß, lohnt es sich, einen dunklen Schalter zu installieren.
Intelligente Technik für mehr Komfort
In manchen Fällen kann man aber auch auf den Schalter verzichten. So kann ein Bewegungsmelder zum Beispiel automatisch das Licht anschalten, sobald die Person ihren Flur betritt oder die Treppe besteigt. Außerdem lassen sich Funkschalter ganz bequem neben dem Bett anbringen, sodass man schon von der liegenden Position aus das Licht im Zimmer anschalten und sicher aus dem Bett steigen kann. Wird zusätzlich noch ein Dimmer installiert, der zum Beispiel über einen Dreh- oder Schieberegler betätigt werden kann, bleibt der Person die freie Wahl darüber, wie hell oder dunkel es in einem Raum sein soll. Und wenn die körperliche Einschränkung so weit geht, dass Schalter gar keine Option mehr sind, kommt auch die Steuerung per Sprache über Smart-Home-Systeme infrage.
Sicherheit und Sorglosigkeit durch Notrufschalter
Wer barrierefrei leben möchte, braucht neben erreichbaren Schaltern oder alternativen Lösungen auch die Möglichkeit, den Notruf zu rufen oder Pflegepersonal zu alarmieren. Ein Knopfdruck genügt, um Hilfe zu rufen, und kann im Ernstfall Leben retten. Viele barrierefreie Schalterlösungen lassen sich bereits mit geringem Aufwand realisieren. Breite Taster, Bewegungsmelder oder Funklösungen sind erschwinglich und schnell installiert, sodass man weiter selbstbestimmt leben und wohnen kann. Barrierefreiheit beginnt schließlich nicht erst bei großen Umbauten. Sie zeigt sich im Alltag, und zwar bei den kleinen Handgriffen, die das Leben leichter und sicherer machen.
