Bestattungsarten
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Bestattungsarten – Entscheiden Sie selbst.

Nach dem Tod eines Menschen stellen sich viele Fragen. Eine davon: Auf welche Art soll der Verstorbene bestattet werden? Hat er keine formgerechte Willenserklärung über seine gewünschte Bestattungsart hinterlassen, beispielsweise in Form der Trauerfall-Vorsorge, haben die Verwandten bzw. verwitweten Ehepartner darüber zu entscheiden. Die gängigsten Begräbnisarten sind diese:

Erdbestattung

Die am häufigsten gewählte Form der Beisetzung ist die Erdbestattung. Dabei wird der Körper des Verstorbenen in einen Sarg gebettet und auf dem Friedhof dem Erdreich übergeben. Dies kann an einer noch zu Lebzeiten vom Verstorbenen selbst oder später von seinen Angehörigen ausgesuchten Wahlgrabstelle oder an einer Reihengrabstelle geschehen.

Die Erdbestattung war lange die vorherrschende Bestattungsform in christlichen Kulturen. Nach deren Übermittlung wird der Körper des Verstorbenen bei der Auferstehung wieder lebendig und sollte deshalb unversehrt bestattet werden.

Bei der Erdbestattung werden folgende Grabstätten unterschieden:

  • Erdfamiliengrabstätten: Größe und Lage der Grabstätte sind frei wählbar.
  • Erdwahlgrabstätten: Lage und bis zu vier der nebeneinander liegenden Grabstellen sind wählbar. Zusätzliche Urnenbeisetzung möglich.
  • Erdreihengrabstätten: Nutzungsrecht ist nicht verlängerbar, Lage und Größe sind nicht wählbar. Zusätzliche Urnenbeisetzung möglich.
  • Erdgemeinschaftsgrabstätten: Nutzungsrecht ist nicht verlängerbar, Lage ist nicht wählbar, keine individuelle Kennzeichnung. Die Gemeinschaftsfelder werden durch die Friedhofsverwaltung gepflegt.

Feuerbestattung

Bei der Feuerbestattung wird der Körper des Toten in einem Krematorium eingeäschert und anschließend mit einer Urne in einem Urnengrab auf dem Friedhof beigesetzt oder auf See bestattet. In Deutschland gibt es diese Form der Bestattung seit Ende des 19. Jahrhunderts. Es wird zwischen folgenden Urnengrabstätten unterschieden.

  • Urnenfamiliengrabstätte: Grabstättengröße und Lage sind wählbar. Das Nutzungsrecht ist verlängerbar.
  • Urnenwahlgrabstätte: Wählbar sind die Anzahl der nebeneinander liegenden Grabstellen und die Lage. Je Grabstelle sind bis zu vier Urnen möglich. Das Nutzungsrecht ist verlängerbar.
  • Urnenreihengrabstätte: Nutzungsrecht, Lage und Größe der Grabstätte sind nicht wählbar.
  • Urnengemeinschaftsgrabstätte: Nutzungsrecht und Lage sind nicht wählbar, keine individuell gekennzeichneten Gräber, einheitliche Pflege, Blumen und Kränze dürfen nur an bestimmten Stellen niedergelegt werden.
  • Aschengrabstätte: Die lose Asche der Verstorbenen wird über einem aus dem Erdboden ausgehobenen Aschegrab ausgestreut.

Seebestattung

Die Seebestattung ist eine Variante der Feuerbestattung, bei der die sterblichen Überreste des Verstorbenen der See übergeben werden. Die Asche wird in eine See-Urne gefüllt und fernab der so genannten Dreimeilenzone, in Gebieten, in denen weder gefischt noch Wassersport betrieben wird, nach seemännischer Tradition ins Meer gelassen.

Für eine Einäscherung und eine Seebestattung muss der schriftliche Wunsch des Verstorbenen vorliegen. In einigen Fällen können entscheidungsberechtigte Verwandte diese Art der Bestattung anordnen. Neben einer Verfügung des Verstorbenen ist für die Seebestattung eine Ausnahmegenehmigung vom Friedhofszwang notwendig.

Der Kapitän und die Angehörigen richten auf See Abschiedsworte an den Verstorbenen und werfen ihm Blumen nach. Die Stelle, an der die Urne dem Wasser übergeben wird, verzeichnet der Kapitän mit einem Eintrag ins Schiffstagebuch. Das Bestattungsinstitut übergibt den Angehörigen später einen Auszug aus diesem Buch.

Die Seebestattung hat den Vorteil, dass keine Friedhofsgebühren und Grabpflegekosten anfallen.

Baumbestattung

Der klassische Friedhof ist die traditionsreichste Ruhestätte – Menschen lassen sich hier neben bereits verstorbenen Familienmitgliedern beerdigen und sind so im Tod wieder miteinander vereint. Doch ein Grab auf dem Friedhof ist häufig mit hohen Kosten und einer arbeitsintensiven Grabpflege verbunden. Aus diesem Grund machen sich viele Menschen schon lange vor ihrem Tod Gedanken über ihre letzte Ruhestätte und wollen ihren Angehörigen diese Last ersparen.

Friedwald und Ruheforst immer häufiger in Deutschland

Eine Alternative, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut, ist die Baumbestattung in einem Friedwald oder Ruheforst. In den über ganz Deutschland verteilten Waldfriedhöfen kann man sich bereits zu Lebzeiten einen Baum aussuchen. Dieser Baum wird reserviert und im Todesfall mit einer Namenstafel versehen.

Da in Friedwäldern Grabschmuck oder Grabdekorationen nicht erlaubt sind, sind die Hinterbliebenen von der Pflicht der Grabgestaltung befreit. Durch den personalisierten, eigens ausgesuchten Baum haben die Angehörigen dennoch einen festen Bezugspunkt und einen Ort zur Trauer.

Baumbestattung für jeden Bedarf

Ein Baum kann die Ruhestätte einer einzelnen Person, einer ganzen Familie oder einer Gruppe von bis zu zehn Menschen sein. Wer sich nicht daran stört, den Baum mit Unbekannten zu teilen, kann einen Gemeinschaftsbaumplatz erwerben. Es gibt Bäume speziell für Kinder, Paare und größere Gruppen. Je nach individuellem Bedarf wählt man das passende Angebot aus.

Die Beisetzung erfolgt in einer biologisch abbaubaren Urne, die die Asche des Verstorbenen enthält. So wird der Verstorbene nach und nach Teil der Natur und der Umgebung, die er selbst gewählt hat.

Niedrige Kosten für Baumgrab

Die Reservierung eines Baumgrabes in einem Friedwald ist ab einem Betrag von 490 Euro möglich – hier gibt es große Unterschiede je nach Art des Grabes und Dauer der Reservierung (15-99 Jahre). Die Beisetzungskosten inklusive biologisch abbaubarerer Urne betragen 275 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten für die Einäscherung, die vor der Beisetzung durchgeführt werden muss.

Der Friedwald ist eine recht neue Innovation in der Bestattungswelt und bietet große Vorteile: der Verstorbene kann seine Vorstellungen und Wünsche bereits zu Lebzeiten äußern und verwirklichen. Die Hinterbliebenen werden nicht mit der Grabpflege und den regelmäßigen Kosten belastet und haben trotzdem einen festen Ort der Trauer.

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