Bestattungspflicht in Deutschland

Die Pflicht, im Todesfall für eine ordnungsgemäße Bestattung des Leichnams zu sorgen, ergibt sich aus der Totenfürsorge. In Deutschland ist die Bestattungspflicht in den Bestattungsgesetzen der Bundesländer geregelt, die sich jedoch nicht grundlegend unterscheiden. Bestattungspflichtig sind demnach die Angehörigen, abhängig vom Verwandtschaftsgrad.

Vorrangig obliegt dem Ehepartner oder Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft die Bestattungspflicht – und in absteigender Präferenz weiteren Angehörigen, wie etwa den Kindern, Eltern, Großeltern, Geschwistern und Enkelkindern. Um minderjährige Kinder, Enkelkinder oder Geschwister von der Bestattungspflicht auszunehmen, ist diese je nach Bestattungsgesetz an die Volljährigkeit oder die allgemeine Geschäftsfähigkeit des Angehörigen geknüpft. Sind mehrere Personen auf einer Ebene bestattungspflichtig, bpielsweise weil es mehrere Kinder gibt, wird üblicherweise die älteste Person in die Pflicht genommen.

In einigen Bundesländern ist die Bestattungspflicht recht weit gefasst, so dass selbst entfernte Verwandte und Personensorgeberechtigte in der Pflicht stehen. In Hamburg und Bayern etwa zählen sogar Verschwägerte ersten Grades zu den Bestattungspflichtigen. Ausführliche Details zu der Gesetzeslage in den jeweiligen Ländern sind am Ende des Artikels aufgeführt.

Was bedeutet die Bestattungspflicht für die Angehörigen?

Neben der Beisetzung im engeren Sinne ergeben sich weitere Pflichten: Dem Bestattungspflichtigen obliegt das Veranlassen einer Leichenschau (Todesbescheinigung) sowie die Sterbefallanzeige beim Standesamt. Das Bestattungsrecht beinhaltet eine Pflicht zur Bestattung auf ausgewiesenen Flächen („Friedhofszwang“), der der Bestattungspflichtige für eine ordnungsgemäße Bestattung ebenfalls nachkommen muss. Aus der Bestattungspflicht resultiert jedoch das Recht, in wichtigen Fragen eine Entscheidung zu treffen, sofern der Verstorbene hierzu keine eigenen Verfügungen getroffen hat – insbesondere hinsichtlich der Art der Bestattung sowie der Friedhofs- und Grabeswahl.

Die Bestattungspflicht ist dabei unabhängig von der Erbrechtslage und davon, ob überhaupt ein vererbbares Vermögen vorhanden ist. Auch in dem Fall, dass ein Bestattungspflichtiger sein Erbe ausschlägt, steht er gegenüber dem Verstorbenen weiterhin in der Bestattungspflicht. Ein Erbe wiederum, der selbst nicht bestattungspflichtig ist, hat nicht das Recht, über die Art und Weise der Bestattung zu bestimmen. Eine Ausnahme bildet das Bundesland Rheinland-Pfalz, wo abweichend vor den Familienangehörigen vorrangig der Erbe bestattungspflichtig ist.

Weigert sich ein Bestattungspflichtiger trotz bestehender Bestattungspflicht, sich um die Bestattung zu kümmern, wird das örtliche Ordnungsamt – im Wege der Ersatzvornahme – die Bestattung veranlassen und dem Bestattungspflichtigen die Kosten später in Rechnung stellen.

Wer muss die Kosten einer Bestattung tragen?

Grundsätzlich hat derjenige, der in der Bestattungspflicht steht, die Kosten zu tragen oder dem zu ersetzen, der die Bestattung veranlasst hat. Für den Fall, dass der Nachlass des Verstorbenen zur Deckung der Kosten nicht ausreicht, steht der Bestattungspflichtige mit seinem Privatvermögen dafür ein. Verfügt auch der Bestattungspflichtige über kein Vermögen, aus dem er die Kosten bestreiten könnte, kommt in letzter Instanz der Staat dafür auf („Sozialbestattung“).

Hinterlässt allerdings der Verstorbene ein Vermögen und gehört der Bestattungspflichtige selbst nicht zu den Nutznießern, muss der Erbe für die Kosten aufkommen. Die Pflicht zur Kostentragung ist in § 1968 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt. Dort heißt es: „Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.“

Gibt es Ausnahmen von der Pflicht zur Kostentragung?

Nein, Ausnahmen sind nicht vorgesehen! Selbst ein fehlender Kontakt zwischen dem Verstorbenen und dem Bestattungspflichtigen entbindet letzteren nicht von der Bestattungspflicht.

Ein Sonderfall liegt lediglich bei einem Todesfall mit Fremdverschulden vor. In solchen Fällen steht der Todesverursacher in der Kostentragungspflicht – die Angehörigen des Opfers können von ihm die Bestattungskosten zurückverlangen. Dies regelt § 844 BGB, Absatz 1: „Im Falle der Tötung hat der Ersatzpflichtige die Kosten der Beerdigung demjenigen zu ersetzen, welchem die Verpflichtung obliegt, diese Kosten zu tragen.“ Eine verschuldensunabhängige Sonderregelung für tödliche Unfälle im Straßenverkehr enthält zudem das Straßenverkehrsgesetz (§ 10 StVG).

Welche Möglichkeiten gibt es, die Kosten im Vorfeld in Erfahrung zu bringen?

Die Kosten einer Bestattung sind hoch – erst recht, wenn sie dem persönlichen Verhältnis zu Lebzeiten angemessen ist und einen würdigen Eindruck vermittelt. Abhängig sind sie dabei von der Bestattungsart und regionalen Gebühren. Die Auflistung von Kostenpunkten bei einer Bestattung führt vor Augen, dass im Todesfall mit hohen Ausgaben zu rechnen ist. Mit 7.000 bis 8.000 Euro schlägt eine Bestattung durchschnittlich zu Buche – Folgekosten für die Dauergrabpflege sind da noch nicht einmal mit eingerechnet. Um die ungefähren Kosten einer Bestattung zu berechnen, bietet sich der Bestattungskostenrechner an. Mit einer Bestattungsverfügung nehmen Sie zudem Einfluss darauf, dass alles so wird, wie Sie es sich vorstellen.

TIPP: Sichern Sie die Bestattungspflicht frühzeitig finanziell ab! Eine Sterbegeldversicherung bietet Ihren Angehörigen im Todesfall Unterstützung zu überschaubaren Kosten. Die Versicherung zahlt einen Geldbetrag, der bestenfalls sämtliche Bestattungskosten abdeckt. Berechnen Sie gleich jetzt den Versicherungsbeitrag für Ihr Wunschbegräbnis: Bestattungsvorsorge

Bestattungspflichtige in den Bundesländern

Die Bestattungspflichtigen werden in den Bundesländern nach einer bestimmten Reihenfolge für die Tragung der Kosten einer Beisetzung herangezogen. Informieren Sie sich jetzt über die Abfolge in Ihrem Bundesland.

Baden-Württemberg
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