Neues EU-Erbrecht ab August 2015 – Testamente müssen aktualisiert werden

25.08.2015

Laut einer aktuellen Meldung des Online-Journals Jenseite.de tritt in Kürze eine neue Regelung für Testamente in Kraft. Die Regelung greift für alle Todesfälle, die ab dem 17. August 2015 eintreten und beeinflusst vor allem das Berliner Testament, auch Ehegattentestament genannt.

 

Der Wunsch, sich als Ehepaar für seine letzten Lebensjahre ins Ausland abzusetzen oder auch in einem ausländischen Pflegeheim seinen Lebensabend zu verbringen, wird immer häufiger zur Realität. Doch gerade in beliebten europäischen Ländern wie Spanien oder Frankreich wird durch das neue EU-Erbrecht ab dem 17. August 2015 vor allem bei dem Berliner Testament eine wichtige Aktualisierung erforderlich, damit es weiterhin rechtskräftig ist. Die Regelung gilt für alle europäischen Mitgliedsstaaten, außer für Irland, Dänemark und Großbritannien.

 

Neues EU-Erbrecht und Berliner Testament

Die Regelung greift für alle Todesfälle, die ab dem 17. August 2015 eintreten und beeinflusst vor allem das Berliner Testament, auch Ehegattentestament genannt. Sofern ein Ehepaar also sein Lebensende gerne in wärmeren Gefilden wie Spanien, Frankreich oder auch in Italien verbringen will, ist es notwendig, das Dokument zu aktualisieren, damit es besonders in diesen drei europäischen Ländern auch weiterhin rechtskräftig ist.

 

Pflegeheim im Ausland

Entschließt man sich, nicht in Deutschland, sondern im Ausland ein geeignetes Pflegeheim zu finden, gelten auch hier nicht mehr die individuell festgelegten Wünsche, sondern die jeweiligen Erbrechtsregelungen der neuen Wahlheimat. Auch hier ist besonders der Ehegatte nicht mehr so abgesichert, wie man es sich gewünscht hat und auch bei der Vor- und Nacherbschaftsregelung sind Aktualisierungen erforderlich.

Ein Beispiel: In Spanien sind Begriffe wie Vor- und Nacherbschaftsregelungen vollkommen unbekannt und machen durch die Wohnsitzregelung (ein längerfristiger Aufenthalt in einem Pflegeheim kann den Wohnsitz begründen!) das Testament praktisch wertlos.

 

Einzeltestamente prüfen lassen!

Bei bereits abgeschlossenen Testamenten und Erbverträgen von Einzelpersonen besteht generell weiterhin auch im Ausland eine Gültigkeit, selbst wenn in anderen Ländern andere Richtlinien herrschen.

 

Der Hauptwohnsitz ist maßgeblich

Und genau dieser Punkt kann zuweilen unterschiedlich ausgelegt werden, da es noch keine genaue Definition vom „gewöhnlichen Wohnsitz“ gibt. Grundlegend kann man sagen, dass das Land als Hauptwohnsitz gilt, in dem man sich über das Jahr gerechnet am meisten aufgehalten hat. Danach gestaltet sich auch die Zuständigkeit der Behörden und Erbregelungen – auch, wenn man über weitere Immobilien in verschiedenen Ländern verfügt und die Finca in Spanien als Urlaubsdomizil betrachtet. Ist man dort den Großteil seiner Zeit, ist damit in Spanien der Haupwohnsitz und die dortigen Gesetze sind maßgebend.

 

Große Unterschiede bei Pflichtanteilen

Gerade, wenn es um Pflichtanteile für Ehegatten und Kinder geht, gibt es in europäischen Ländern wieder große Unterschiede. Bedenkt man, dass sich Deutsche schon innerhalb unseres Landes nicht mit den Regelungen von Testamenten und Erbverträgen auskennen, sollte man davon ausgehen, dass ausländische Regelungen gar nicht in unseren Köpfen verankert sind.

Erben bei uns Kinder und Ehegatte gemeinsam, bekommt zum Beispiel in Schweden der Ehepartner alles, während in Spanien die Kinder bevorzugt werden.

 

Positive Neuerungen

Was bereits in anderen Ländern Realität ist, wird nun ab August 2015 auch für deutsche Testamente rechtswirksam. Denn von nun an kann man auch von den Erbschaftsgesetzen im Ausland profitieren. Verfügt man zum Beispiel über eine Immobilie im Ausland, greift somit auch das dortige Erbrecht, das keinesfalls immer ein Nachteil ist. Es zählt somit weniger die Staatsangehörigkeit, als vielmehr das Land, in dem man sich niedergelassen hat.

 

Den gesamten Artikel und eine kostenlose Checkliste finden Sie hier:

http://www.jenseite.de/neues-eu-erbrecht-ab-august-2015-testamente-muessen-aktualisiert-werden/

 

VON  AM 11. JUNI 2015