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Der Erbvertrag – eine Alternative zum Testament?

30.06.2017 / Testament

Der Erbvertrag ist eine in Vertragsform festgehaltene Verfügung von Todes wegen, also eine Alternativlösung zum Testament für die Nachlassregelung. Das Testament ist bekannter und weiter verbreitet. Doch je nach persönlicher Ausgangslage und Wünschen an die Vererbung im Todesfall kann das Erstellen eines Erbvertrages durchaus sinnvoll sein. Zeitlich vor oder nach dem Erbvertrag aufgesetzte, in Widerspruch zum Erbvertrag stehende letztwillige Verfügungen sind grundsätzlich unwirksam, Erbvertrag und Testament schließen sich gegenseitig aus.

Erbvertrag oder Testament?

Ein großer Unterschied zwischen Erbvertrag und Testament liegt darin, dass der Erbvertrag zwischen zwei oder mehr Personen geschlossen wird und grundsätzlich verbindlich ist. Ein einseitiger Erbvertrag ist nicht möglich. Alle Vertragspartner stimmen dem Vertrag zu und Vertragsänderungen können nur mit dem Einverständnis aller Partner durchgeführt werden, sofern nichts anderes im Vertrag geregelt wurde. Ist einer der Vertragspartner verstorben, ist eine Änderung grundsätzlich ausgeschlossen. Ein Einzeltestament hingegen kann vom Erblasser jederzeit angepasst werden und die Erben haben rein rechtlich gesehen zu Lebzeiten keinerlei Einfluss auf den Inhalt.

Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass ein gemeinschaftliches Testament nur von Ehepartnern geschlossen werden kann („Ehegattentestament“). Der Erbvertrag dagegen kann auch zwischen nicht-verheirateten Menschen oder mehr als zwei Personen geschlossen werden.

Die Vertragspartner können zu Lebzeiten trotz des Erbvertrages weiterhin über ihr Vermögen verfügen, also beispielsweise Gegenstände verschenken oder verkaufen. Eine Schenkung ist jedoch nur wirksam, sofern der Erblasser damit ein anzuerkennendes lebzeitiges Eigeninteresse verfolgt. Andernfalls, insbesondere bei Schenkungen mit dem Ziel der Beeinträchtigung des Vertragspartners, kann das Geschenk nach dem Anfall der Erbschaft durch den Vertragspartner vom Beschenkten zurückgefordert werden.

Obwohl der Erbvertrag auch für Personengruppen geeignet ist, entscheiden sich insbesondere Ehepaare häufig für einen gemeinsamen Erbvertrag und machen sich gegenseitig zum Alleinerben. Hier bietet sich die Kombination mit einem Ehevertrag an. So schließt das Paar dann einen Ehe- und Erbvertrag und hat beides zugleich geregelt.

Anforderungen

Der Erbvertrag muss in Anwesenheit aller Vertragspartner geschlossen und von einem Notar beurkundet werden. Die Erstellung und Aufbewahrung ist in der Regel jedoch günstiger als im Fall des Testamentes, weil der Erbvertrag nicht durch ein Nachlassgericht in Verwahrung genommen werden muss.

Der Tod trifft jeden von uns und manchmal leider früher als erwartet. Deshalb ist es, unabhängig vom Alter, wichtig, den Nachlass zu regeln. Sowohl das Testament als auch der Erbvertrag haben unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Egal für welche Variante Sie sich entscheiden – Sie sollten sich von einem auf Erbrecht spezialisierten Anwalt oder von einem Notar beraten lassen, um sicherzustellen, dass Ihr Vermögen auch an denjenigen geht, für den Sie es vorgesehen haben.

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