Neues Jahr - Gute Vorsätze, gute Vorsorge

03.01.2020 / Vorsorge

Das Jahr 2020 wurde bereits eingeläutet und somit auch das alljährliche Thema "Gute Vorsätze" für das neue Jahr. Gesunde Ernährung, mehr Sport oder öfter Tante Ursula besuchen, geben für den Jahreswechsel ein motivierendes Gefühl. 

Vorsätze für das neue Jahr

Häufig jedoch sind die guten Vorsätze bereits Mitte Januar wieder vergessen.  Mit diesem Beitrag möchten wir für den guten Vorsatz "Vorsorge" sensibilisieren - ein Thema, dessen Relevanz sich viele bewusst sind, welches aber häufig immer wieder "verschoben" wird. 

Eine Vorsorgevollmacht ist für jeden ab 18 Jahren wichtig

Auch wenn es im ersten Moment ein abschreckendes Thema ist, Vorsorgedokumente sind ein wichtiges und richtiges Vorhaben für das neue Jahr. Wichtiger Papierkram wird trotz aller Brisanz gerne mal nach hinten verschoben, doch in diesem Jahr möchten wir für Aufklärung zur richtigen Zeit sorgen.

Gesundheit steht für den Jahreswechsel als Wunsch und erstrebenswerter Zustand ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze. Hierfür wird gerne ein Sportprogramm formuliert und der Speiseplan geändert. Doch auch bei vermeintlich gesunden Menschen können bei ärztlichen Routineuntersuchungen Krankheiten entdeckt werden. Eine unentdeckte Zyste oder ein Geschwür sind häufig Krankheiten, die sich schleichend und unbemerkt ausbreiten und aufwendige Operationen mit sich ziehen können. Ein wichtiger Vorsatz für das neue Jahr sollte für uns alle lauten auch auf den unterwarteten Ernstfall vorbereitet zu sein.

Ob als Single, verheiratet, alleinerziehend oder mit Familie - jedes Lebensmodell fordert unterschiedliche Vorsorgemöglichkeiten. Entgegen der Vermutung, im Ernstfall trete die nächst verwandte Person oder der Partner als Bevollmächtigter ein, kann das zuständige Betreuungsgericht auch einen gerichtlichen Betreuer bestellen. Durch die Benennung eines fremden Bevollmächtigten kann es ungewollt zu Handlungen entgegen der eigenen Vorstellungen kommen. Auch ist der bestellte Betreuuer nicht dazu verpflichtet, die Betreuungsmaßnahmen mit den Angehörigen abzustimmen. Ist man also nach einem schweren Unfall nicht mehr selbst in der Lage sich um eigene Angelegenheiten zu kümmern oder sich gar im Alltag zurechtzufinden, kann ein gesetzlicher Betreuer benannt werden, der die Entscheidungen für einen treffen soll. Um diese Art der Fremdbestimmung zu verhindern und Angehörige zu entlasten benötigt man eine VorsorgevollmachtDa auch junge Menschen nicht vor derartigen Schicksalsschlägen gefeit sind, ist es sinnvoll die Vorsorgevollmacht nach Erlangen des 18. Lebensjahres aufzusetzen. 

Die Vorsorgevollmacht

Der in der Vorsorgevollmacht festgelegte Bevollmächtigte darf nicht nur medizinische Entscheidungen treffen (im Detail werden diese in der Patientenverfügung festgehalten), sondern auch finanzielle und Wohnungs-Angelegenheiten sowie Post- und Behördengänge erledigen. Die Vorsorgevollmacht ist somit von besonders hoher Bedeutung und sollte schnellstmöglich hinterlegt werden. Gerade Paare und Ehepartner sollten eine Vorsorgevollmacht füreinander formulieren, um über ärztliche Behandlungen im Notfall entscheiden zu dürfen.

In einer Vorsorgevollmacht geht es sowohl um medizinische, finanzielle als auch rechtliche Angelegenheiten. Ein Auszug:

„Sie darf mein Vermögen verwalten und hierbei alle Rechtshandlungen und Rechtsgeschäfte im In- und Ausland vornehmen,... [...].“

Darüber hinaus ist die Entbindung der ärztlichen Schweigepflicht ein wichtiger Punkt. Auch wenn man die nächst stehende Person (z.B. der Ehepartner) ist, muss durch die Vollmacht zunächst geregelt werden, dass der Vollmachtgeber eine Entbindung der Schweigepflicht gegenüber dem Bevollmächtigten wünscht:

"Sie darf Krankenunterlagen einsehen und deren Herausgabe an Dritte bewilligen. Ich entbinde alle mich behandelnden Ärzte [...] gegenüber meiner bevollmächtigten Vertrauensperson von der Schweigepflicht. [...]"

Durch das vollständige Ausfüllen des Formulars sichern sie sich vor fremdbestimmten Eingriffen und geben ihren Angehörigen die Möglichkeit im Ernstfall wichtige Entscheidungen gemäß der persönlichen Abmachungen zu treffen.

Häufige Fragen zur Vorsorgevollmacht

Im Folgenden haben wir häufig gestellte Fragen zur Vorsorgevollmacht zusammen gefasst und stellen rechtsgültige Antworten zur Verfügung.

Wozu brauche ich eine Vorsorgevollmacht?
Sind Sie nach einem Unfall oder medizinischen Eingriff nicht mehr selbst in der Lage Entscheidungen zu treffen und den Alltag zu bewältigen, tritt der Bevollmächtigte ein. Der Bevollmächtigte kann sowohl medizinische, organisatorische als auch finanzielle Angelegenheiten für Sie regeln. Um zu vermeiden, dass eine für Sie völlig fremde Person für Sie entscheidet, können Sie in der Vorsorgevollmacht eine von Ihnen gewählte Person bevollmächtigen. 

Wann ist eine Vollmacht gültig?
Die Vollmacht ist gültig, sobald das vollständig ausgefüllte Formular vom Vollmachtgebenden und Bevollmächtigten unterschrieben vorliegt. 

Wie lange ist eine Vorsorgevollmacht gültig?
Solange die Vorsorgevollmacht nicht widerrufen wird, behält sie ihre Gültigkeit.

Muss die Vorsorgevollmacht von einem Notar bestätigt werden?
In der Regel muss die Vorsorgevollmacht nicht zwingend von einem Notar bestätigt werden. Dennoch kann eine notarielle Beglaubigung in einigen Fällen sinnvoll sein. Soll der Bevollmächtigte im Ernstfall auch Entscheidungen zu Bankgeschäften treffen, verlangen manche Banken eine Beglaubigung oder eine separate Bankvollmacht, die von beiden Beteiligten unterschrieben wird. Andernfalls kann der Zugriff auf die Konten verweigert werden.

Ist eine Vorsorgevollmacht das gleiche wie eine Patientenverfügung?
Nein. Mit der Vorsorgevollmacht stellen Sie sicher, dass im Falle eines Unfalls oder einer Krankheit kein gesetzlicher Betreuer eingesetzt wird, um für Sie Entscheidungen zu treffen und über Ihr Vermögen zu verfügen. In der Vorsorgevollmacht legen Sie eine Person fest, die diese Angelegenheiten für Sie regeln darf. Hier ist es ganz wichtig zu beachten, dass nicht einmal Ehepartner automatisch bevollmächtigt sind. Eine Patientenverfügung hingegen regelt die ärztlichen Maßnahmen und bietet Raum für spezielle Wünsche der medizinischen Versorgung.

Was kostet eine Vorsorgevollmacht?
Sie können eine Vorsorgevollmacht kostenfrei direkt bei uns online erhalten. 

Kann eine bestehende Vollmacht widerrufen werden?
Die Vorsorgevollmacht kann jederzeit widerrufen werden. Da zwischen Bevollmächtigtem und Vollmachtgeber ein hohes Vertrauen vorhanden sein sollte, kann über die Lebzeit eine neue Vorsorgevollmacht formuliert werden und ein neue bevollmächtigte Person eingetragen werden. 


Tipp: 
Mit JURA DIREKT, unserem Kooperationspartner in der Rechtsvorsorge, können Sie Ihre Verfügungen und Vollmachten durch spezialisierte Anwälte rechtssicher erstellen sowie bei der Bundesnotarkammer hinterlegen lassen. Mehr erfahren Sie unter: https://www.monuta.de/vorsorgedokumente/ 

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