Tag 1: Was wird mich erwarten?

14.01.2018 / Bestattungsunternehmen

Wird es sich seltsam anfühlen, sich im selben Raum aufzuhalten wie ein Verstorbener? Macht Einen der tägliche Umgang mit dem Tod unempfindlich, gar zynisch? Oder wird mir bei jedem neuen Kunden, den wir zu der Bestattung seines geliebten Verstorbenen beraten, das Herz brechen? Und welche Erkenntnisse werde ich gewinnen?

Mit diesen Fragen befasse ich mich, bevor ich mein Praktikum beim Bestatter „aus dem Siepen“ in Mülheim an der Ruhr antrete. Dennoch: Ich habe keine vorgefassten Erwartungen. Ich war bereits zuvor mit dem Tod konfrontiert – bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit auf einer Palliativstation. Deswegen verspüre ich keine Angst beim Gedanken an den Tod. Und auch beruflich habe ich mit dem Tod zu tun. Als Mitarbeiterin der Monuta, die sich auf Sterbegeldversicherungen und die finanziellen und organisatorischen Aspekte des Todes spezialisiert hat, spreche ich Menschen auf den Fall des Ablebens an. Doch was steckt dahinter, wenn der Tod tatsächlich eintritt? Welche Schicksale werden mich erwarten? Und kann ich mit dem Anblick von Leichen überhaupt umgehen?