Organisation von Bestattung und Trauerfeier

19.01.2021 / Bestattungen & Friedhof

Die Trauerfeier ist für Angehörige ein wichtiges Ritual, um sich von dem Verstorbenen zu verabschieden. Oftmals hilft die letzte Zusammenkunft enorm, um der Trauer Raum zu geben. Die Organisation und der Ablauf einer Beerdigung können dabei ganz individuell gestaltet werden.

Fragen, die vorab zu klären sind

Im besten Fall hat die verstorbene Person schon einmal über die eigene Bestattung nachgedacht und mit den Angehörigen über Wünsche und Vorstellungen gesprochen. Das erleichtert die Planung und grenzt somit den Gestaltungsspielraum bedeutend ein. Welche Art der Bestattung, ob Sarg oder Urne, ob Friedhof oder Friedwald, ob Elton John oder doch lieber Herbert Grönemeyer sind Entscheidungen, die Hinterbliebene enorm entlasten können, wenn sie bereits vorher festgehalten wurden. Andernfalls obliegen diese Entscheidungen den engsten Angehörigen. Wie kann man also ermitteln, welche Art der Beerdigung sich der Verstorbene gewünscht hätte? Gemeinsam mit Familienmitgliedern und Freunden trägt man am besten die wichtigsten Punkte zusammen, darunter zählen zum Beispiel:

  • Welche Einstellung hatte der Verstorbene zum Thema klassische Beerdigung und klassisches Grab?
  • Hatte der Verstorbene eine hohe Verbundenheit zur Natur? Kommt somit eine Feuerbestattung mit Beisetzung in einem Friedwald infrage?
  • Welche Trauergäste dürfen nicht fehlen? Gibt es Freunde im Ausland, die informiert werden sollten?
  • War die Person ein besonders lebensbejahender und optimistischer Mensch? Wäre eine buntere Trauerfeier passend, bei der das Leben gefeiert wird?
  • Welche Bedeutung hatte Musik für die Person? Welche Trauermusik erinnert besonders gut und schafft einen persönlichen Bezug?

All diese Entscheidungen alleine treffen zu müssen, kann stark belastend sein. Daher ist es ratsam, sich mit den engsten Angehörigen zu besprechen und gemeinsame Entscheidungen zu treffen.

Selbst organisieren oder organisieren lassen?

In der Regel kann kann das Bestattungsinstitut jede Aufgabe übernehmen - von der Art der Bestattung, der Trauerdekoration bis hin zur Trauerfeier. In enger Absprache mit den Angehörigen erfragt der Bestatter passende Optionen für jeden Ablaufpunkt. Während die einen von der Trauer so gelähmt sind, dass sie die Organisation der Beisetzung nicht selbst in die Hand nehmen möchten, sind die anderen dankbar für die Ablenkung oder sehen es als ihre letzte Pflicht für den Verstorbenen an. Viele Trauernde betrachten die Bestattung als Möglichkeit die letzte Ehre zu erweisen und als eine Aufgabe, die wichtige Struktur und Sinn in der Trauerphase bringt. Zu wissen, dass es etwas für den geliebten Verstorbenen zu tun gibt, lässt viele Angehörige regelrecht aufblühen und schöne Ideen für den letzten Abschied entwickeln. Dennoch ist zu sagen, dass die komplette Organisation und Planung der Beerdigung und anschließenden Feier eine nicht zu unterschätzende Aufgabe darstellt. Daher ist eine gezielte Aufgabenaufteilung mit Checkliste und die Einbindung der gesamten Familie hilfreich und gleichzeitig ein schönes gemeinsames Ritual.

Einladungen gestalten

Auch wenn es kein freudiger Anlass ist, die Einladungskarten für die Bestattung kündigen den letzten Abschied an. Manch ein Bekannter mag erst mit der Einladung vom Tod des Verstorbenen erfahren. Klassische Einladungskarten kennt man im schwarz-weißen Design, mittlerweile gibt es jedoch viele andere Varianten. Gerade online gibt es ein großes Angebot an schönen Vordrucken, wo sicher jeder fündig wird. Auch Inspiration für passende Trauersprüche ist online gut zu finden. Eine Angabe, ob und wo die Trauerfeier im Nachgang stattfindet, kann entweder direkt auf der Einladung vermerkt werden oder mündlich an den engsten Kreis weitergetragen werden.

Dekoration und Trauermusik

Ob Blumengestecke, einzelne Blumen oder Kränze - die Trauerfloristik gehört zu fast jeder Beisetzung, Welche Blumen haben dem Verstorbenen besonders gut gefallen? Welche spiegeln sie oder ihn besonders gut wider? Floristen sind darauf spezialisiert mit Blumen eine schöne und denkwürdige Stimmung zu erzeugen. Lasst euch beraten und holt euch die passenden Inspirationen. Auch Musik spielt oftmals wichtige Rolle. Individuelle Trauermusik erinnert an ganz besondere Momente im Leben des Verstorbenen. Vielleicht gibt es im Bekanntenkreis einen Musiker, der ein Stück für die Trauerfeier beisteuern möchte. Auch Bands oder Sänger können angefragt werden. Solltet ihr Unterstützung brauchen, kann sicher auch der Bestatter mit passenden Kontakten helfen.

Ort für die Trauerfreier

Dem Ort der anschließenden Trauerfeier sind in der Regel kaum Grenzen gesetzt. Nicht immer muss es ein Saal in der Nähe des Friedhofs sein. War der Verstorbene gerne in der freien Natur, kann der Leichenschmaus an einer langen Tafel im Freien stattfinden. Abhängig von der Jahreszeit und Wetterlage bietet sich auch ein Restaurant, z.B. mit einem schönen Wintergärten an. Vielleicht ist es auch möglich, die Trauerfeier im Lieblingscafé des Verstorbenen auszurichten oder dort gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Das Menü könnt ihr selbst wählen. Soll es warme, leichte Küche geben oder lieber Kaffee und Kuchen? Je nach Anzahl der Personen entscheidet oft die Frage des Budgets und des persönlichen Wohlbefindens das Ausmaß der Trauerfeier.

Reden während der Trauerfeier

Die richtigen Worte in einer emotionalen Situation zu finden fällt häufig schwer. Bestimmt gibt es noch so viele schöne und erinnerungswürdige Dinge über den geliebten, verlorenen Menschen zu sagen. Ein Trauerredner kann professionelle Hilfe leisten und die eigenen Worte in eine denkwürdige Rede umwandeln. Er kann das Leben des geliebten Menschen nochmal Revue passieren lassen mit all den schönen Erlebnissen, die wiederum auch schöne Erinnerungen bei den Trauergästen hervorrufen. Eine Trauerrede dient nicht nur der Trauer, sondern auch dem Gedenken. Solltet ihr euch eine Rede selbst zutrauen, nehmt euch einige Tage vor der Beisetzung Zeit und Ruhe, um eure Gedanken und Erinnerungen niederzuschreiben. Fragt auch im engeren Freundes- und Familienkreis, ob der Wunsch besteht, einige letzte Worte im Rahmen der Beerdigung an den Verstorbenen und die Trauergemeinde zu richten, so dass sich niemand übergangen fühlt.

Stress vermeiden

Ein Todesfall bedeutet eine hohe Stressbelastung für Angehörige. Bis zur Beisetzung und danach gibt es viele Aufgaben und Entscheidungen, die zu erledigen und treffen sind. Da kann es vorkommen, dass man die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt. Manchmal sind es schon simple Dinge, die in Vergessenheit geraten, z.B. an die eigenen Medikamente zu denken oder sogar Mahlzeiten einzunehmen. Familie und enge Freunde sind wichtige Ankerpunkte und können in dieser Zeit emotional sowie auch im Alltag tatkräftig unterstützen. Hier einige Tipps, um Stress in dieser Zeit zu minimieren:

  • Sprecht mit eurem Vorgesetzten und klärt ab, ob ein (Sonder-)Urlaub möglich ist. So verhindert ihr eine schwierige Doppelbelastung.
  • Denkt auch an euch selbst und unternehmt Dinge, die euch gut tun. Sport und Meditation können helfen.
  • Sprecht über eure Sorgen und Gefühle mit der Familie oder engen Freunden.

Ihr möchtet die Organisation eurer Bestattung bereits frühzeitig regeln? Hier gibt es weitere Infos zur Bestattungsvorsorge.