Die Löffelliste oder „Was ich im Leben noch erleben möchte“

19.05.2020 / Vorsorge

Einmal mit einem Hubschrauber fliegen, eine Reise zu den Polarlichtern machen oder bei einem Charity Projekt aushelfen... Das Leben hält soviel für uns bereit, dass wir ganz oft vergessen, was wir uns schon einmal erträumt haben.

Die einen kennen sie als Bucket List, bekannt geworden aus dem gleichnamigen Film mit Jack Nicholson und Morgan Freeman, die anderen sagen Löffelliste. Ganz gleich wie sie bezeichnet wird, der Sinn dahinter bleibt der Gleiche.

Was ist eine Löffelliste?

Ein kleines Büchlein, sorgfältig ausgesucht in einer Buchhandlung oder auch ein schön gestaltetes Blatt Papier und einige Minuten des Alltags für eine kleine gedankliche Reise. Was das Leben noch alles für uns bereit hält können wir nicht vorhersagen, aber was wir uns vom Leben wünschen, können wir selbst entscheiden und mit gestalten. Eine Löffelliste sind verschriftlichte Träume, die darauf warten, ein Häkchen zu bekommen. 

Spannende Abenteuer warten überall auf uns, doch erwacht auch der Alltag täglich mit dem Wecker. Viel Zeit zum Träume realisieren bleibt da nicht. Die Realität hat eine hohe Sogkraft, die uns nur selten komplett entfliehen lässt. Wir neigen oft dazu uns so vom Alltag einnehmen zu lassen, dass für Abenteuer wenig Zeit bleibt. Und ehe man sich versieht sind erst ein paar Jahre und dann viele weitere plötzlich vergangen. Damit wir unsere Träume nicht verlieren und weiter daran festhalten, ist es eine schöne Idee sie zu notieren. Die Löffelliste dient als visueller Fixpunkt und stellt die Brücke zwischen Traum und Realität dar. Oft unterschätzt man die Macht des geschriebenen Wortes, doch schon eine Havard Studie von 1979 besagt, dass Ziele, die schriftlich fixiert werden eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit haben erreicht zu werden. 

Das Brainstorming

Und was schreibe ich nun auf die Löffelliste? Dazu ist ein kleines Brainstorming hilfreich. Wir alle haben ständig Ideen, Wünsche und Träume für unser Leben, doch wirklich ganz bewusst darüber nachgedacht, welche wir davon realisieren möchten haben wir oft nicht. Und auch wenn das Leben nicht planbar ist und es womöglich nie den richtigen Zeitpunkt für eine Weltreise oder ein Sabbatjahr gibt, ist es dennoch wichtig seinen Träumen Raum zur Existenz zu geben. Mit Stift und Papier und mal ganz ohne Ablenkung im Lieblingscafé oder Zuhause am Küchentisch lässt sich prima nachdenken. Es geht darum, das Träumen aktiv zuzulassen, denn ganz oft scheitert es schon daran. Gedankliche Ausflüge zu fantastischen Luftschlössern sind genau jetzt mehr als erlaubt. Die Bucket List kann und soll alle Bereiche des Lebens abdecken, ganz egal, ob es zum Beispiel der Wunsch nach Kindern, einem tollen Oldtimer oder dem New York Marathon ist. Das Aufschreiben der Wünsche könnte man fast schon als eine Art Selfcoaching bezeichnen, denn konkrete Ziele steigern die allgemeine Lebensfreude nachweislich und helfen maßgeblich sie auch zu verwirklichen. 

Und was passiert danach?

Die Löffelliste ist ein lebendiges Dokument, voller toller Träume, die uns durch das Leben begleiten. Sie werden gelebt oder verändert, ausgetauscht oder ergänzt. Vielleicht entstehen auch ganz neue Ideen, Träume, an die man vorher noch nie gedacht hat. Ein Sprichwort besagt "Die Welt gehört den Mutigen" und genau so verhält es sich mit den Träumen auf der Löffelliste. Oft verschieben wir Dinge, die uns zu unrealistisch vorkommen, also warum nicht direkt in die Planung der ersten Träume einsteigen? Vorfreude ist bekanntlich die größte Freude und auch das Abhaken der realisierten Träume löst in uns Menschen ein Glücksgefühl aus.

Was bringt mir eine Löffelliste? 

Obwohl eine Bucket List sich auch indirekt mit dem Tod beschäftigt, dreht sie sich noch viel mehr um das Leben. Die Zeit stellt im Leben den größten Gegenspieler für die Erfüllung der persönlichen Wünsche und Träume dar. Keiner möchte sich irgendwann fragen, wo die Zeit geblieben ist und auch möchten wir nicht bereuen, etwas nicht getan zu haben. 

Und ist allen bewusst, dass das Leben endlich ist. Wie viel Zeit uns noch bleibt, das weiß keiner so genau. Und genau deswegen können wir doch eigentlich nicht früh genug damit beginnen, jedem Tag eine besondere Bedeutung zu geben und mit der Erfüllung unserer Träume zu beginnen - angefangen damit, sie aufzuschreiben und festzuhalten.