Alles rund ums Grab - Wahlgrab, Grabsteine & Kosten

21.03.2021 / Bestattungen & Friedhof

Das Grab, die letzte Gedenkstätte - ein Ort für Trauer, Trost und Gedenken. Viele beschäftigen sich bereits zu Lebzeiten damit, was nach ihrem Tod auf Angehörige zukommt. Dazu zählt auch die Bestattungsart und die Art des Grabes.

Wir haben zusammengefasst, zwischen welchen Optionen man auf einem klassischen Friedhof wählen kann:

Welche Grabarten gibt es?

Auf städtischen Friedhöfen unterscheidet man zwischen zwei Grabarten, nämlich denen für Sargbestattungen und denen für Urnenbestattungen. Doch hier ist nochmal zu spezifizieren. So besteht sowohl für Urnen- als auch Sargbestattungen die Möglichkeit zwischen einem Wahlgrab und einem Reihengrab zu wählen.

Wahlgrab

Wie der Name schon verlauten lässt, besteht bei einem Wahlgrab die Möglichkeit, die Lage auf dem Friedhof selbst zu wählen. Oftmals spielt bei der Wahl die Nähe zu einem bereits verstorbenen Verwandten eine Rolle, sowie die Dauer des Fußmarsches und die Wahl zwischen einem Schatten- oder Sonnenplatz. Angehörige können sich vor der Entscheidung verschiedene Plätze zeigen lassen. Auch die Größe des Platzes ist dabei von Bedeutung. Das Einzeltiefgrab bietet Platz für zwei Särge oder vier Urnen. Eine schöne Möglichkeit für Partner, die gerne zusammen die letzte Ruhe finden möchten. Zudem gibt es die Option, in einem Mehrfachwahlgrab vier Särge oder acht Urnen zusammen zu bestatten. Passend also für Familien, die gerne gemeinsam bestattet werden möchten. Einige Wahlgräber unterliegen auf manchen Friedhöfen aus historischen Gründen bestimmten Gestaltungsvorschriften. Wahlgräber stehen auf allen städtischen Friedhöfen zur Verfügung.

Reihengrab

Bei einem Reihengrab handelt es sich meist um ein Einzelgrab, die der Reihe nach vergeben werden. Eine individuelle Auswahl ist somit nicht möglich. Dies gilt sowohl für Sargbestattungen als auch für Urnenbestattungen. Auch kann das Nutzungsrecht nicht verlängert werden. Nach Ablauf wird das Grab eingeebnet, so dass es zukünftig wieder belegt werden kann.

Wie hoch sind die Friedhofsgebühren?

Die Gebühren für die verschiedenen Grabarten unterscheiden sich regional. Grundsätzlich sind Grabstätten, die selbst ausgewählt wurden, teurer als Reihengräber. Anders als beispielsweise bei einem Mietvertrag werden die Gebühren für das Nutzungsrecht im Voraus und für den gesamten Zeitraum bezahlt. Hier einige Beispiele: In Frankfurt am Main kostet ein Erdreihengrab für 20 Jahre rund 2.700 Euro. In Düsseldorf kostet ein Urnengrab für die gleiche Zeit ca. 900 Euro, in Berlin rund 800 Euro. Köln hingegen veranschlagt alleine für das Nutzungsrecht auf 25 Jahre ca. 1.900 Euro. Bei einer Bestattung kommen zu den Friedhofsgebühren noch weitere Kosten hinzu, z.B. für den Sarg oder die Urne, die Beisetzung und die Trauerfeier. Hier erfahrt ihr mehr über die Bestattungskosten.

Wie kann ein Grabstein aussehen?

Um den Verstorbenen zu würdigen, entscheiden sich viele Angehörige für einen Grabstein. Es gibt eine Reihe von schönen Modellen, die eigens von einem Steinmetz aus Naturstein angefertigt werden. Oft gibt es Regeln für die Auswahl eines Grabmals. Diese hängen unter anderem mit der jeweiligen Bestattungsart und der Friedhofsordnung zusammen. Welcher Grabstein sich für welches Grab passend ist, gilt es ebenfalls vorher abzuklären. Für schmalere Gräber eigen sich z. B. Stelensteine oder Grabplatten. Am besten lässt man sich direkt vor Ort beim Steinmetz beraten, um einen genauen Eindruck von den Materialen, und ihren Vorteilen und Kosten zu gewinnen. Auch wenn es eine große Auswahl an Natursteinen gibt, z.B. Marmor, Sandstein oder Kalkstein, bleibt Granit besonders beliebt. Die Vorteile liegen hier in der Langlebigkeit und in der vielfältigen Farbauswahl. Auch bei der Steinfassung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, von eher religiösen Symbolen wie der "Gottes Hand" oder "Gottes Frieden" zu bunten Regenbögen oder gar Fotos der Verstorbenen ist vieles möglich. Moderne Grabsteine werden oft schlicht gehalten. Hinzukommt die Grabstein-Inschrift. Neben den üblichen Daten, wie der Name und das Geburtstags- und Todesdatum entscheiden sich einige Angehörige für kurze Grabsteinsprüche.

Wie hoch sind die Kosten für den Grabstein?

Wie viel der Stein am Ende kostet, hängt ganz von den individuellen Wünschen ab. Der Steinmetz kann auf Wunsch verschiedene Angebote zusammenstellen. Die grundsätzlichen Anschaffungskosten für das gewünschte Material, die Inschrift und den Aufbau liegen ca. zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Hier ein Kostenbeispiel: Je nach Material kostet der Stein zwischen 400 und 5.000 Euro, dazu kommen die Kosten für die Inschrift, die nach Anzahl der Buchstaben berechnet werden. Ca. 10- 28 Euro werden in der Regel pro Buchstabe berechnet. Dazu kommen die Symbole oder Grabeinfassungen im Bereich zwischen 50 - 500 Euro. Der Transport und der Aufbau liegen meist zwischen 150 -180 Euro.

Wie pflege ich den Grabstein?

Granitsteine benötigen trotz ihrer Langlebigkeit und harten Beständigkeit eine regelmäßige Pflege. Verunreinigungen, Moos oder Pilze können sich mit der Zeit ausbreiten. Daher ist es ratsam, stets eine weiche Bürste und lauwarmes Wasser zur Reinigung zur Verfügung zu haben. Auch Sand- und Marmorstein lassen sich in der Regel gut mit Wasser reinigen. Bei besonders hartnäckigen Verunreinigungen kann neben klarem Wasser auch etwas Kernseife oder sogar spezieller Grabreiniger untergemischt werden. Kleiner Tipp: Verzichten Sie bei der Grabsteinpflege lieber auf Essig oder andere tensidhaltige Reiniger.

Wie viel kostet eine professionelle Grabpflege und wie viel gebe ich im Monat aus, wenn ich es selbst übernehme?

Je nach eigener Vorstellung variiert die Pflege der Grabstätte. So ist es kostenintensiv, wenn jede Woche neue Blumen die Grabstätte zieren sollen. Viele entscheiden sich daher für eine klassische saisonale Bepflanzung und bringen nur zu besonderen Anlässen Blumen oder Kränze. Hier ein Preisbeispiel für die eigene Grabpflege: Eine saisonale Grabbepflanzung mit neuer Bepflanzung, neuer Erde und Düngung kostet rund 130 Euro pro Jahr. Eine Basispflege der Grabstätte kostet bei einem Fachbetrieb rund 50-95 Euro pro Jahr. Die Bepflanzung kostet 90 bis 120 Euro pro Jahr. Passende Vorschläge für eine schöne Grabbepflanzung sind hier zu finden.

Wie lange muss und darf ein Grab bleiben?

Bei der Grabbelegung gilt ein Nutzungsrecht, welches man zeitlich begrenzt erwerben kann. Dieses Nutzungsrecht steht sowohl in Abhängigkeit zur regionalen Mindestruhefrist, zur Art der Bestattung als auch zur persönlichen Wahl des zeitlichen Rahmens. So beträgt die Mindestruhefrist im Saarland zwischen 6-15 Jahre, in Nordrhein-Westfalen hingegen 20-30 Jahre. Bei Erdbestattungen ist die Mindestruhezeit in der Regel länger als bei Urnenbeisetzungen. In einzelnen Kommunen kann das Nutzungsrecht nach Ablauf erneut erworben werden. Dies wird jedoch eher selten in Anspruch genommen, da die Grabpflege durch Angehörige aufgrund des hohen Alters meist nach Ablauf nicht mehr vollends abgedeckt werden kann. Informationen zum individuellen Nutzungsrecht findet man sowohl in der Friedhofsatzung als auch auf den Internetseiten der jeweiligen Städte.

Was passiert nach der Auflösung des Grabes mit dem Stein?

Die verantwortlichen Angehörigen werden nach Ablauf des Nutzungsrechtes mit der Räumung des Grabes konfrontiert. Dazu zählt auch der Grabstein, der nach Erwerb zum Eigentum des Nutzungsberechtigten gehört. Rechtzeitig vor dem Ablaufdatum wird man in der Regel von der Verwaltung informiert. Um das Grab wieder in seinen Ursprungszustand zu versetzen, empfiehlt es sich, ein Gartenbauunternehmen oder die Friedhofsverwaltung zu beauftragen. Der Grabstein kann wahlweise von einem Steinmetz abgeholt werden oder auch zum Eigengebrauch verwendet werden.

Gerade wenn der Grabstein aus hochwertigem Naturstein besteht, kaufen Bestatter oder Steinmetze gebrauchte Grabsteine gerne an, um sie dann weiter zu verarbeiten. Aber auch für Angehörige gibt es praktische Verwendungszwecke für den Stein. So könnte der Stein im eigenen Garten einen Platz zur Erinnerung finden. Gerade bei sehr kreativen und schön gestalteten Steinen bietet sich das Aufstellen im Garten an. So könnte bei der Anfertigung bereits darauf geachtet werden, dass der Stein auch als Skulptur eine schöne Figur macht. Alternativ könnte man den Grabstein für die Beerdigung eines anderen Familienmitglieds bewahren.