Der Beruf des Bestatters

30.07.2020 / Bestattungen & Friedhof

Mit dem Tod umzugehen fällt den meisten nicht leicht. Zu schmerzlich ist die Vorstellung, dass das Leben geliebter Menschen einmal enden wird. Wie schaffen das jene, die täglich in ihrem Beruf mit dem Tod konfrontiert werden, wie der Bestatter?

Die Anfänge des Bestatters

Die Geschichte der Bestattungskultur ist vielseitig. Je nach Religion oder Kultur, sah die Aufgabenverteilung bei einer Bestattung ganz unterschiedlich aus. Oftmals wurden Familienmitglieder, aber auch Mitarbeiter in städtischen Ämtern wurden für die einzelnen Schritte im Bestattungsprozess bestellt. So zimmerte der Zimmermann den Sarg, der Gärtner hob das Grab aus und Geistliche bestimmten die Zeremonie. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kam das Konzept eines Bestattungsunternehmers aus rein praktischen Gründen auf. Sargtischlereien und Fuhrunternehmen, die immer schon wichtige Aufgaben übernahmen, begannen die Arbeit mit den Toten zu zentralisieren, zunächst mit dem Fokus auf den Transport und die Unterbringung der Leichen. Diese Entwicklung ist stark an die Veränderung der Friedhofskultur geknüpft - so ist der Friedhof, wie wir ihn heute kennen gerade mal 200 Jahre alt. Auch hygienische Konzepte wurden mit der Zeit ausgefeilter und erforderten immer mehr Professionen. Die rein familiäre Versorgung der Leiche wurde somit immer weiter in professionelle Hände übergeben. Erst im Zusammenhang mit der fortschreitenden Säkularisierung wurde auch der zeremonielle Teil aus religiöser Hand geboten. Und auch heute noch befindet sich die Bestattungskultur und somit auch der Job des Bestatters stetig im Wandel. 

Ausbildung zur Bestattungsfachkraft

Sich nicht von den Emotionen der Hinterbliebenen anstecken zu lassen und dennoch einfühlsam mit ihnen umgehen zu können sind wichtige Voraussetzungen für einen Bestatter. Während viele über Generationen in der Familie ausgebildete Bestatter in den Beruf des Bestatters hineingewachsen sind, ist es seit 2007 auch möglich eine staatlich anerkannte Ausbildung zur Bestattungsfachkraft in Deutschland zu absolvieren. Der Lehrplan ist vielfältig und reicht von Umweltschutz und Bestattungsgesetzen bis zur Totenfürsorge. Auch alles rund um das Thema Friedhof findet seinen Platz. 

Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft erfordert den mittleren Schulabschluss und dauert 3 Jahre. Ausgelegt als duale Ausbildung verbringen die Auszubildenden einen wesentlichen Anteil ihrer Lehre direkt in einem Bestattungsunternehmen. 

Der Arbeitsalltag

Die Arbeit als Bestatter besteht aus zwei wichtigen konträren Aufgaben. Während es auf der einen Seite darum geht, trauernde Angehörige zu unterstützen und mit einer besonders sensiblen und zurückhaltenden Art bürokratische und organisatorische Abläufe zu gestalten, zählen auf der anderen Seite rein praktische Aufgaben zum Alltag, nämlich die Arbeit an und mit dem Leichnam. Diese Arbeit erfordert ein hohes Maß an fachlichem Wissen, Erfahrung und natürlich auch der geschulte Umgang mit den dafür vorgesehenen Instrumenten. 

Die Arbeit des Bestatters beginnt kurz nach dem Tod. Die Kontaktaufnahme seitens der Angehörigen erfolgt meist direkt im Anschluss an die ärztliche Ausstellung des Totenscheins. Ob Zuhause, im Krankenhaus, im Seniorenheim oder aber auch nach einem schweren Unfall. Um eine verstorbene Person zu transportieren, braucht es einen Bestatter und ein für den Leichentransport gesetzlich vorgegebenes Transportmittel. Im Bestattungsinstitut angekommen schließt die hygienische Totenversorgung und die Pflege des Leichnams an. Hier unterscheiden sich die Arbeitsschritte je nach Zustand des Leichnams, so gehört z.B. das Anziehen der gewünschten Kleidung dazu oder auch die kosmetische Versorgung des Leichnams. Die Art der Pflege ist dabei auch vom Wunsch der Angehörigen abhängig. Möchten diese die verstorbene Person noch einmal sehen oder soll die Leiche vor der Bestattung im Sarg aufgebahrt werden, wird diese für einen würdevollen Abschied bestmöglich hergerichtet. Auch die Organisation von Trauerfeiern fällt oftmals in das Aufgabengebiet des Bestatters. Sie können individuell gestaltet werden und z.B. am Grab, beim Bestatter, in der Kirche oder auch in einer Friedhofskapelle stattfinden. Die Gestaltung der Feier richtet sich dabei nach den individuellen Wünschen der Angehörigen. Auch ein anschließendes Kaffee trinken oder anderes Beisammensein mit der Trauergemeinde kann der Bestatter organisieren.

Warum wird man Bestatter?

Das Thema Tod ist kein leichtes Thema und gerade für junge Menschen oftmals schwer greifbar. Eine Beerdigung dient der Trauer der Angehörigen und des Abschieds vom Verstorbenen. Oftmals geht die Entscheidung Bestatter zu werden von einem tieferen Bedürfnis aus, Menschen in besonders schwierigen und herausfordernden Zeiten zu begleiten und zu unterstützen. Auch die vielfältigen Aufgaben machen den Ausbildungsberuf attraktiv. Fest steht, der Abschied von einem geliebten Menschen ist einer der schwersten Wege, den wir im Leben gehen müssen und Bestatter sind eine Stütze, die uns in diesen Situationen mit Rat und Tat zur Seite stehen und einen würdevollen Abschied gestalten.