Winterblues - Wie man ihn bekämpfen kann

25.09.2020 / Vorsorge, Trauer

Der sogenannte "Winterblues" steht für ein Stimmungstief anlässlich der kalten und dunklen Jahreszeit. Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Gereiztheit sind keine seltenen Symptome. 

Und plötzlich wird es wieder früh dunkel, draußen ist es kalt und nass. Eben noch saßen wir mit einem kühlen Getränk auf der Terrasse und schon suchen wir wieder nach den dicken Wollsocken. Jedes Jahr pünktlich zum Herbst dürfen wir den Sommer verabschieden. Ein Abschied, der oft Nachwehen mit sich bringt. Bei einigen sind es nur die ersten Wochen, um sich auf die neue Saison einzustellen, andere haben jedoch länger mit der gedrückten Stimmung zu kämpfen. Experten sprechen dann von einer saisonal abhängigen Depression (SAD), die jedoch nicht mit einer klassischen Depression im Zusammenhang steht.

Was passiert bei einer Winterdepression im Körper?

Der Winterblues lässt sich sowohl medizinisch als auch wetterbedingt gut einordnen. Einen großen Einfluss hat das fehlende Licht. Während wir im Sommer meist schon von Sonnenstrahlen geweckt werden, erwachen wir im Winter häufig bei grauem Himmel. An trüben Regentagen kommt es vor, dass das Wolkenbett die Sonne kaum oder gar nicht durchlässt. Der Mangel an Tageslicht bewirkt bei vielen von uns den Tage lieber unter der Bettdecke verbringen zu wollen. Aber wieso fehlt uns das Sonnenlicht im Winter so sehr?

Das Licht spielt eine wichtige Rolle für die Bildung des körpereigenen Botenstoffs Serotonin, welches auch als Glückshormon bekannt ist. Wer also tagsüber nicht genügend helles Licht aufnimmt, dem kann das die Stimmung trüben. Die innere Uhr gerät aus dem Gleichgewicht und damit der sonst so geregelte Schlaf-Wach-Rhythmus, der über unsere Sinneszellen in den Augen reguliert wird. Auch das Schlafhormon Melatonin steht im Zusammenhang mit der Winterdepression. Durch die kürzeren Tage und längeren Nächte kommt es zu einer höheren Ausschüttung des Schlafhormons. An sonnigen Tagen sorgt speziell das blaue Licht für die Unterdrückung der Ausschüttung von Melatonin, weswegen wir im Sommer oft weniger Probleme mit dem frühen Aufstehen haben. Menschen, die darauf empfindlich reagieren, leiden unter zunehmender Müdigkeit. Das erklärt auch, warum Betroffene im Winter morgens schlechter aus dem Bett kommen.

Der Körper sendet uns meist schon frühzeitig Signale für einen bevorstehenden Winterblues. Wichtig ist diese Vorboten zu erkennen und zeitig Maßnahmen zu ergreifen. Gerade Menschen, die wissentlich sensibler auf die dunkle Jahreszeit reagieren, können der schlechten Stimmung bereits vorher mit kleinen Tricks entgegenwirken.

Was können wir gegen den Winterblues tun?

Die gute Nachricht ist, es gibt eine Reihe von hilfreichen Maßnahmen, die bei den ersten Anzeichen einer Winterdepression gut anzuwenden sind. Vielleicht kennt ihr noch die Rotlichtlampe - diese findet man schon für kleines Geld in regionalen Discountern. Das rote Licht ist nicht nur hilfreich bei Unwohlsein, es hilft auch bei anderen gesundheitlichen Symptomen wie bei einer Erkältung oder Bronchitis. Schon 15 Minuten vor der Rotlichtlampe täglich reichen, um mit der Wärme- und Infrarotstrahlung erste Symptome zu lindern. Zudem gibt es sogenannte Lichttherapien. Dabei sollen spezielle besonders helle Lampen, die als Zimmerleuchten eingesetzt werden können, ebenfalls helfen die saisonale Depression zu bekämpfen.

Auch ein gesunder Schlaf-Wach-Rhythmus steht im Zusammenhang mit unserem allgemeinen Wohlbefinden. Sport oder ausreichende sportliche Betätigung hilft nicht nur den Rhythmus besser in den Griff zu bekommen, sondern auch bei der Produktion von Serotonin. Bewegung setzt Glückshormone frei, und auch wenn es an kalten, dunklen Tages noch schwerer fällt, ist Sport eine bewährte Maßnahme für Betroffene. Dazu muss es nicht gleich der tägliche Besuch im Fitnessstudio sein, auch ein dreißigminütiger Spaziergang im angezogenen Tempo gilt bereits als sportliche Aktivität. Gesunde Ernährung kann ebenfalls einen wichtigen Beitrag für die für den Stoffwechsel notwendigen Vitamine wie Vitamin D, Folsäure, Magnesium, Vitamin C und bestimmte Aminosäuren leisten. Ausgewogene und besonders vitaminreiche Gerichte kompensieren die fehlende Energie.

Die kleinen Tricks des Alltags können bei einer Herbst-Winter-Depression erfolgreich entgegensteuern. Bemerkt man jedoch, dass diese nicht helfen, sollte man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. So gibt es beispielsweise die Hotline der Deutschen Depressionshilfe, die einem mit hilfreichen Informationen zur Seite steht. Auch sollte ein Besuch beim Arzt des Vertrauens nicht die letzte Instanz sein. Die Kontrolle des Vitamin-D-Haushaltes und ein passendes Vitamin D-Präparat helfen vielleicht schon, um erste positive Erfolge zu erzielen.