Trauerhilfe und Trauerbewältigung

Trauerhilfe – Was hilft bei der Trauerbewältigung?

28.02.2018 / Trauerhilfe

Trauer ist ein Begriff, oder vielmehr ein Gefühl, das jeder Mensch eines Tages erleben muss. Wenn ein geliebter Mensch von uns geht, ist dieses Gefühl zunächst überwältigend und man weiß nicht, wie man damit umgehen soll. Jedoch muss jeder Mensch irgendwann wieder nach vorne schauen. Um diesen Prozess zu bewerkstelligen, gibt es im Rahmen der Trauerhilfe Methoden und Möglichkeiten der Trauerbewältigung.

Jeder Mensch ist anders. Deshalb fällt auch die Trauer bei jedem auf andere Art und in unterschiedlicher Intensität aus. Freunde und Angehörige wissen oft nicht, wie sie mit Trauerenden umgehen sollen, da es schwer ist, den richtigen Ton zu treffen. Man benötigt viel Einfühlungsvermögen und Verständnis. Daher ist es ein Teil der Trauerbewältigung, geliebte Menschen an seiner Seite zu haben.

Die vier Phasen der Trauerbewältigung:

  1. die Akut-Phase,
  2. die Realisierung,
  3. der langsame Neubeginn
  4. und der Blick in die Zukunft.

Jede dieser Phasen unterscheidet sich bei Menschen individuell mit Blick auf Ausprägung und Dauer. Der Beistand nahestehender Personen ist deshalb bei einer effektiven Trauerhilfe besonders wichtig.

Während der Akut-Phase verdrängen Betroffene ihre Emotionen und befinden sich in einer Art Schockzustand. In dieser Phase ist es hilfreich, wenn Angehörige und Freunde dem Trauerenden Alltagserledigungen abnehmen, wie z. B. Kochen, Putzen oder Amtsgänge. Diese erste Phase dauert bis zur Trauerfeier, die die Phase der Realisierung einläutet.

In dieser Phase der Trauerbewältigung herrscht bei Betroffenen oftmals ein Wechselbad der Gefühle, mit dem Angehörige häufig schlecht umgehen können. Der Trauernde leidet beispielsweise an Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Verzweiflung und starken Gefühlsausbrüchen. Dabei kann es passieren, dass der Trauernde jede Art von Hilfe und Unterstützung ablehnt, doch Angehörige und Freunde sollten nicht nachgeben. Betroffene wollen häufig allein sein und fliehen in die Einsamkeit. Jede Art von Gefühlsausbruch – Wut, Trauer, Selbstmitleid oder Neid – sollte ernst genommen werden. Man sollte Gesprächsbereitschaft signalisieren, egal wie oft ein scheinbar identisches Gespräch bereits geführt wurde. So führt man neue Rituale ein und zeigt dem Trauerenden neue Wege auf. Die Verlustbewältigung ist ein langwieriger und schwieriger Prozess. Diese ist die schwierigste Phase der Trauerbewältigung, in der sich die trauernde Person viele Fragen stellt.

Warum gerade er/sie? Wieso jetzt? Womit habe ich das verdient? Warum muss ich jetzt allein sein?“

Nach Wochen der intensiven Realisierung bildet sich für den Trauerenden ein neues Bild des Verstorbenen, mit dem er leben kann. Allerdings ist der unbeschreibliche Schmerz noch da, was die Angehörigen nicht unterschätzen dürfen.

Damit beginnt die dritte Phase der Trauerbewältigung: der langsame Neubeginn. Freunde und Angehörige sollten dem Trauerenden helfen und ihn dabei unterstützen, langsam einen Weg zurück in die Normalität zu finden.

Durch viel Verständnis wird dies einfacher. Man sollte dem Betroffenen offen zeigen, dass man stolz darauf ist, dass er es bis an diesen Punkt geschafft hat. Das schweißt letztendlich zusammen und bringt die betroffene Person zu Phase vier: dem Blick in die Zukunft. So kann ein Neubeginn gestartet werden. Dieser ähnelt dem Alltag vor dem Todesfall, wird jedoch nie wieder genauso sein.

Letztlich ist das Wichtigste in allen vier Phasen der Trauerbewältigung, liebende Menschen um sich zu haben, die viel Verständnis und Geduld aufbringen.

Oftmals benötigen Betroffene Hilfe dabei, die Trauer überhaupt zulassen zu können oder die Trauerphase ist besonders lang. Dies gilt besonders, wenn mehrere Todesfälle in kurzer Zeit zu verkraften sind oder der Tod überraschend durch einen Unfall oder Suizid eingetreten ist. Auch der Tod eines Kindes ist ein besonders schwerer Schlag für die Angehörigen. Es gibt verschiedene Anlaufstellen, die unterschiedliche Arten der Betreuung anbieten und auf jeden Fall individuell eingehen.

Professionelle Trauerhilfe

Zum einen gibt es die Möglichkeit, nach einem traumatischen Tod eines geliebten Menschen Hilfe bei einem Psychotherapeuten oder bei einem Trauma-Therapeuten zu suchen. Der Weg zum Therapeuten ist für viele die letzte mögliche Anlaufstation, weil sie sich schämen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dafür besteht jedoch kein Grund und das Gespräch mit einer spezialisierten Fachkraft kann sehr hilfreich sein. Wie Sie einen geeigneten Therapeuten finden, erfahren Sie bei Ihrem Hausarzt oder beim Psychotherapie-Informationsdienst (PID).

Da jeder Mensch anders mit Trauer umgeht, ist der Gang zum Therapeuten nicht für jeden das Richtige. Manche Menschen versuchen nach einem solchen Verlust, Abstand zu dem Ort und den Menschen, die sie an die verstorbene Person erinnern, zu gewinnen.

Für diesen Zweck werden sogenannte Trauerreisen angeboten. Dabei verreist eine Gruppe, die ausschließlich aus Trauerenden besteht, um sich zu erholen und über ihre Erfahrungen zu sprechen. Auf diesen Reisen hat jeder Teilnehmer einen Schicksalsschlag zu verarbeiten, daher werden die Reisen von Trauerbegleitern geführt. Die Trauerbegleiter sprechen in Gruppen oder Einzelsitzungen mit den Betroffenen. Diese Reisen sollen es Trauernden erleichtern, einen Neubeginn zu starten und die Trauer zu bewältigen. Trauerreisen werden überwiegend von kirchlichen Einrichtungen angeboten.

Darüber hinaus gibt es Trauerzentren von kirchlichen Einrichtungen oder Bestattungsunternehmen, bei denen sich Trauernde austauschen können. Auch hier wird man von Trauerbegleitern unterstützt und geführt. Trauerzentren haben oft auch Trauercafés, in denen sich Betroffene unbefangen über Ihre Schicksalsschläge unterhalten können. Wo es in Ihrer Nähe ein Trauerzentrum gibt, erfahren Sie in der nächsten Kirche oder beim nächstgelegenen Bestattungsunternehmen.

Doch auch für die Trauerbewältigung von Kindern und in Familien gibt es Anlaufstellen. Familien können sich an das Amt für Familie wenden. Dort werden Gruppentreffen zur Trauerbewältigung und dem Umgang mit dem Tod angeboten.

Letztendlich muss jeder Mensch eines Tages aus dem Leben scheiden und sich vom Hier und Jetzt verabschieden. Am Schwierigsten ist ein Todesfall für die engsten Angehörigen. In der Regel helfen auch gut gemeinte Beileidsbekundungen nicht – Trauernde brauchen den Beistand von Freunden und Familie, um Ihre Trauer zu bewältigen.

Wenn Sie Hilfe beim Umgang mit einer trauernden Person benötigen, finden Sie Hilfe in kirchlichen Einrichtungen in Ihrer Umgebung. Zögern Sie nicht, sich zu informieren. Ist jemand aus Ihrem entfernten Verwandten- oder Bekanntenkreis verstorben und Sie möchten Ihr Mitgefühl ausdrücken? Die Monuta unterstützt Sie gerne mit unseren Vorlagen für Kondolenzschreiben.

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