Baumbestattung, Friedwald, Ruheforst – Zurück zu den Ursprüngen

20.04.2020 / Bestattungen & Friedhof

Der Friedhof ist die traditionsreichste Ruhestätte – Menschen lassen sich hier häufig neben bereits verstorbenen Familienmitgliedern beerdigen. Doch ein Grab auf dem Friedhof ist häufig mit hohen Kosten und einer arbeitsintensiven Grabpflege verbunden.

Wald mit Sonnenstrahlen

Aus diesem Grund machen sich viele Menschen schon lange vor ihrem Tod Gedanken über ihre letzte Ruhestätte und wollen ihren Angehörigen diese Last ersparen. Inzwischen ist es zu einem Bestattungswandel gekommen und es gibt zahlreiche neue Bestattungsarten.

Neben der Erd-, Feuer- oder Seebestattung haben sich mit der Baumbestattung in einem Friedwald oder Ruheforst neue Orte für die letzte Ruhe entwickelt. Die ersten Beisetzungsstätten dieser Art sind in Deutschland in den 1990er Jahren entstanden. Der wesentliche Unterschied zwischen einem Friedwald und einem Ruheforst besteht darin, dass ein Ruheforst neben der Baumbestattung auch eine Bestattung an Sträuchern ermöglicht – häufig als „Ruhe-Biotop“ bezeichnet.

Friedwald und Ruheforst – Waldbestattung immer häufiger in Deutschland

Die alternative Bestattung in einem Friedwald oder einem Ruheforst erfreut sich dabei immer größerer Beliebtheit – jede sechste Bestattung ist inzwischen eine Baumbestattung. In den über ganz Deutschland verteilten Friedwäldern und Ruheforsten kann man sich bereits zu Lebzeiten einen Baum aussuchen. Dieser Baum wird reserviert und im Todesfall mit einer Namenstafel versehen.

Wesentlicher Vorteil bei einer Baumbestattung ist, dass kein Aufwand und keine Kosten für die Grabpflege entstehen, denn die sterblichen Überreste werden hierbei ja bewusst der Natur übergeben. Das Bepflanzen der Grabstätte oder das Aufstellen von Grabschmuck ist nicht nur nicht erwünscht, sondern ausdrücklich untersagt – dasselbe gilt für Grabsteine und Grablichter. Der Eindruck weitgehend unberührter Natur soll dadurch erhalten bleiben. Die Hinterbliebenen sind somit von der Pflicht der Grabgestaltung befreit.

Einzige Kennzeichnung der Grabstätte ist eine kleine, am jeweiligen Baum angebrachte Plakette mit dem Namen des Verstorbenen sowie dessen Geburts- und Sterbedatum. Mit dem personalisierten Baum haben die Angehörigen einen festen Bezugspunkt und einen Ort zum Trauern.

Die zunehmende Beliebtheit der Baumbestattung hat dazu geführt, dass auch Friedhöfe inzwischen dazu übergehen, entsprechende Angebote vorzuhalten – dort sind es die sogenannten Baumfelder. Da Friedhöfe innerhalb des Stadtgebiets liegen und mit dem öffentlichen Personennahverkehr gut zu erreichen sind, stellen die Friedhofs-Baumfelder eine gute Alternative für jene dar, die über kein eigenes Auto verfügen oder längere Anreisen für Grabbesuche vermeiden möchten.

Mit welchen Kosten ist bei einer Baumbestattung zu rechnen?

Oft orientiert sich der Preis eines Bestattungsplatzes daran, ob es sich um einen älteren, gut entwickelten Baum handelt oder um einen jungen mit geringem Stammdurchmesser. Auch die Lage des Bestattungsbaumes hat einen Einfluss – so sind Bestattungsplätze an einem Baum, der an einer Lichtung oder in der Nähe eines Weges liegt, meist etwas teurer. In manchen Ruheforsten oder Friedwäldern gibt es zudem exponierte Bepflanzungen mit vom vorherrschenden Baumbestand abweichenden Bäumen und Sträuchern, die preislich zu Buche schlagen.

Der jeweilige Baum bietet je nach Anbieter acht bis zwölf Bestattungsplätze, die im Abstand von anderthalb bis zwei Metern um den Baum herum gleichmäßig verteilt sind. Der Abstand ist nötig, um das Wurzelwerk des Baums nicht zu beschädigen. Es ist zudem möglich, einen Baum als Ruhestätte für eine einzelne Person zu wählen, einer ganzen Familie oder eines Freundeskreises (Familien- oder Freundschaftsbaum). Wer sich nicht daran stört, den Baum mit Unbekannten zu teilen, kann einen Platz an einem Gemeinschaftsbaum erwerben – dies ist die günstigste Option. Es gibt Bäume speziell für Kinder und Paare. Je nach individuellem Bedarf wählt man das passende Angebot aus.

Neben dem Bestattungsplatz gehören bei einer Baumbestattung zu den weiteren Kostenpunkten die beiden Leichenschauen, das Ausstellen der Sterbeurkunde, das Bestattungsunternehmen sowie die Einäscherung. Die Reservierung eines Baumgrabes ist ab einmalig 490 Euro möglich – allerdings gibt es große Unterschiede je nach Grabesart und der Dauer der Reservierung (15 bis 99 Jahre). Die Beisetzungskosten einschließlich Urne betragen ab 275 Euro. Für die Baumbestattung sind biologisch abbaubare Bio-Urnen vorgesehen. Diese bestehen aus einem Kunststoff, der auf Maisstärke und Flüssigholz basiert. Darüber hinaus dürfen Urnen aus Holz zum Einsatz kommen.

Je nach persönlichem Bedarf ist zu erwägen, einen kirchlichen oder weltlichen Trauerredner hinzuzuziehen sowie das Ableben mit persönlichen Trauerkarten oder einer Traueranzeige in der Zeitung öffentlich bekannt zu geben.

Die Baumbestattung – so läuft sie ab

Eine Baumbestattung ist einer Urnenbestattung auf einem Friedhof sehr ähnlich. Der Verstorbene wird in ein Krematorium überstellt, das nach einer zweiten ärztlichen Leichenschau die Kremierung durchführt. Die zweite Leichenschau dient dazu, die Identität des Verstorbenen festzustellen und den Tod sowie die im Totenschein vermerkte Todesursache noch einmal zu bestätigen.

Im Anschluss an die Kremierung wird die Urne zu dem ausgewählten Friedwald oder Ruheforst gebracht. Die eigentliche Bestattung erfolgt zum Wunschtermin: Zwischen dem Eintreffen der Urne und der Beisetzung können also mehrere Wochen liegen – die Verwaltung des Friedwaldes oder Ruheforstes verwahrt bis dahin die sterblichen Überreste. Eine sehr persönliche Note bekommt die Baumbestattung durch die Option, die Urne am Bestattungstag selbst zur Grabstätte zu tragen.

Die übliche Trauerfeier ist bei einer Baumbestattung ebenfalls möglich – oftmals haben Ruheforste einen zentralen Platz für Trauerfeiern, mit natürlicher Baumstamm-Bestuhlung und einem Podest für den Redner. Mit dem Trauerredner – wahlweise einem Pfarrer oder weltlichen Redner – stimmen die Hinterbliebenen vorab den Inhalt der Trauerrede in Gedenken an den Verstorbenen ab. Falls kein zentraler Trauerplatz vorhanden ist, findet die Trauerrede an der Grabstätte statt.

Für eine Baumbestattung vorsorgen – mit der Monuta

Der Bestattungswald ist eine noch recht junge Innovation in der Bestattungswelt und bietet große Vorteile – der Verstorbene kann seine Vorstellungen und Wünsche bereits zu Lebzeiten äußern und verwirklichen. Die Hinterbliebenen werden nicht mit der Grabpflege und den regelmäßigen Kosten belastet und haben trotzdem einen festen Ort der Trauer.

Mit einer Bestattungsverfügung – und bestenfalls einer ergänzenden Kremationsverfügung – lässt sich sicherstellen, dass im Todesfall die eigenen Vorstellungen, auch hinsichtlich eines bestimmten Waldfriedhofs oder Ruheforstes, Berücksichtigung finden. Wer finanziell vorsorgen möchte, kann dies zum Beispiel mit einem Vorsorgevertrag mit der Monuta tun. Da die Monuta Trauerfall-Vorsorge nicht an eine bestimmte Bestattungsart geknüpft ist, können Sie eine Friedwald-Bestattung selbstverständlich mit der Monuta Trauerfall-Vorsorge finanzieren.

Weitere Informationen zur Baumbestattung sowie alle Friedwald-Standorte finden Sie hier.