Baumfrieden - Ein Trauerort Zuhause

28.05.2020 / Bestattungen & Friedhof

Ein vertrauter Ort für die Trauer, vielleicht sogar im eigenen Garten. Was bis vor Kurzem noch in Deutschland unmöglich war, wird nun mit "Baumfrieden" Realität.

Stirbt ein geliebter Mensch, so trifft uns dieser Verlust tief. Für die letzte Ruhestätte eines geliebten Menschen wünschen wir uns einen besonderen Platz. Diesen im eigenen Zuhause ganz nah bei sich zu haben war lange Zeit in Deutschland nicht möglich. Gemeinsam mit dem Bestatternetzwerk Funeria haben wir es geschafft, mit "Baumfrieden" eine neue Form moderner Bestattungskultur hierzulande einzuführen. 

Bestattungskultur früher und heute

Schon lange zeichnen sich der Bruch mit Traditionen und der Wunsch nach Gestaltungsfreiheit als Trends in der heutigen Bestattungskultur ab. Selbstbestimmt über die letzte Ruhestätte zu entscheiden zählt dazu. Nicht für jeden stellt der herkömmliche Friedhof den idealen letzten Ruheort dar. Die Bestattungskultur ändert sich stetig und passt sich den Bedürfnissen der Menschen an.

Während früher die klassische Erdbestattung im Sarg am häufigsten gewählt wurde, sind heutzutage naturverbundenere Varianten, wie z.B. im Friedwald, immer beliebter. Viele Menschen suchen eine möglichst pflegeleichte Ruhestätte, die außerdem zurück zu den Ursprüngen kehrt. Deutsche Friedhöfe haben über die vergangenen Jahre wenig Veränderung erfahren. Die klassische Friedhofsstimmung ist daher nicht für jeden der Platz für die Ewigkeit. 
Umso mehr freuen wir uns, dass wir nun den Weg des Baumfriedens in Deutschland gehen können.

Baumfrieden einfach erklärt

Die verstorbene Person wird dazu kremiert und die Asche anschließend ins Nachbarland in eine spezielle niederländische Baumschule überführt. Aus 12 Baumarten wie zum Beispiel Ginko, Buche oder Magnolie können sich die Hinterbliebenen ihren Wunschbaum aussuchen. Die Baumarten werden speziell nach den Anforderungen des Ortes ausgewählt, an dem sie später ihren Platz finden sollen. In einer Zeremonie wird dem gewählten Setzling die Asche zur Erde im Pflanzkübel beigemengt. Die Nährstoffe der Asche gehen in der folgenden Zeit in den Baum über. Nach sechs bis neun Monaten professioneller Pflege wird den Angehörigen der junge Baum geliefert. Dieser kann im eigenen Garten oder an einem anderen Wunschort auch im Rahmen einer Trauerfeier eingepflanzt werden.

Der Baum als Erinnerungsort

Der Baum steht symbolisch für die Verbindung von Erde und Himmel. Als Erinnerungsort, beispielsweise im heimischen Garten ermöglicht es der Baum, der Trauer selbstbestimmt Raum zu geben. Die Hinterbliebenen können sich so einen ganz persönlichen und gleichzeitig lebendigen Trauerort schaffen, ohne von Friedhofsrichtlinien abhängig zu sein. Der Gedanke an einen Trauerort in vertrauter Umgebung in Form eines Baumes lässt uns auch zu Lebzeiten eine schönere Beziehung zu dem Thema Tod und dem „Was kommt danach“ aufbauen. Als Zeichen des natürlichen Kreislaufes wird mit "Baumfrieden" ein nachhaltiger Trauerort mit persönlichem Bezug geschaffen. 

Weitere Informationen zur Bestattungsform "Baumfrieden" finden Sie unter www.baumfrieden.de