Bürokratie nach dem Tod - Welche Angelegenheiten müssen erledigt werden?

29.01.2019 / Vorsorge

Beim Tod von Angehörigen kommen zu der Trauer über den Verlust meist Sorgen um die Formalitäten, die damit verbunden sind, hinzu. Oft fällt es schwer, an alles zu denken. Eine Art Checkliste kann dabei helfen, nichts zu vergessen und Trauernde in dieser schweren Zeit anzuleiten.

Bürokratie nach dem Tod

Bestattung organisieren, Verträge kündigen, den Nachlass verwalten – nach dem Tod eines Familienmitglieds kommen viele Aufgaben auf die Angehörigen zu. Dabei alle Formalitäten im Blick zu behalten, ist oft nicht leicht. Nicht selten kommt es vor, dass zum Beispiel eine Mitgliedschaft im Verein oder ein Handyvertrag übersehen und nicht gekündigt oder wichtige Dokumente zur Vorlage beim Standesamt vergessen werden.

Die meisten Trauernden sind in einer solch schwierigen Zeit natürlich primär damit beschäftigt, den Tod des Angehörigen emotional zu verarbeiten. Da kann es sehr hilfreich sein, einen Leitfaden für die bürokratischen Aufgaben und eine Liste mit allen wichtigen Punkten zu haben, die erledigt werden müssen. Damit nichts Wichtiges vergessen wird, geben wir im Folgenden Tipps was im Sterbefall umgehend zu tun ist:

1. Arzt informieren

Stirbt ein Angehöriger zuhause, sollte direkt, spätestens jedoch innerhalb der nächsten 36 Stunden ein Arzt informiert werden, der den Tod offiziell feststellt. Dieser stellt auch den Totenschein aus, den das Standesamt benötigt, um eine Sterbeurkunde anzufertigen. Stirbt ein Angehöriger im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim, informieren diese den Arzt und meistens auch die Krankenkasse des Verstorbenen über dessen Tod. Nach Erhalt des Totenscheins ist es wichtig, möglichst schnell das Standesamt zu informieren und mehrere Ausführungen der Sterbeurkunde anzufordern. Denn häufig fordern zum Beispiel der Stromanbieter oder Banken ein Exemplar bzw. eine beglaubigte Kopie zur Kündigung von Verträgen.

2. An wichtige Dokumente denken

Beim Standesamt müssen die Angehörigen neben dem Totenschein unbedingt auch den Personalausweis des Verstorbenen sowie das Familienstammbuch vorlegen. Bei Ledigen braucht der Standesbeamte außerdem die Geburtsurkunde. War der Verstorbene verheiratet, ist auch die Eheurkunde beizulegen, ebenso wie die Sterbeurkunde des Ehepartners bei Verwitweten und die Scheidungsurkunde bei Geschiedenen. Ist eines der Dokumente nicht sofort auffindbar, kann das zuständige Geburtsstandesamt die Dokumente neu ausstellen. Auch beglaubigte Kopien helfen erst einmal weiter.

3. Verträge und Mitgliedschaften kündigen

Nach Erhalt der Sterbeurkunde vom Standesamt, gilt es, genau zu prüfen, welche Verträge und Mitgliedschaften der Verstorbene abgeschlossen und was für Bezüge er erhalten hat. Die meisten Verträge gehen auf die Hinterbliebenen oder Erben über, so auch der Mietvertrag, die Verträge mit Telekommunikationsunternehmen und einige Versicherungen, wie zum Beispiel die KfZ-Versicherung. Deshalb ist es auch wichtig zu prüfen, wie viele Kinder der Verstorbene hinterlässt – gerade bei unehelichen Kindern oder Patchwork-Familien. Sollen die Verträge nicht von Hinterbliebenen übernommen werden, gibt es meist ein Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von ein bis vier Wochen.

Auch ob es eine Sterbegeldversicherung oder einen Vertrag mit einem Bestattungsunternehmen gibt, die die Finanzierung und Wünsche für die Bestattung regeln, sollten Angehörige prüfen. Gibt es diese nicht, müssen sie die Form und Finanzierung der Bestattung selbst organisieren. Zudem gibt es die Möglichkeit, anhand von juristisch geprüften Vorsorgedokumenten Angelegenheiten wie Sorgerecht, Testament, die Organisation der eigenen Bestattung etc. vorab zu regeln.

4. An den digitalen Nachlass denken

Da immer mehr Menschen Konten in sozialen Netzwerken oder Online-Shops besitzen, rückt das Stichwort digitaler Nachlass immer mehr in den Fokus. Die Löschung dieser Konten ist sinnvoll, da sich die inaktiven Profile sonst anhäufen und die Daten missbraucht werden könnten. Eine weitere Option ist die Umwandlung eines Netzwerk-Kontos in eine Gedenkseite, wie es beispielsweise auf Facebook möglich ist. Eine Facebook-Gedenkseite kann als digitales Kondolenzbuch genutzt werden, in dem Freunde und Bekannte Anteil nehmen können.

5. Bei Unsicherheiten nicht verzweifeln

Wer sich in einigen Fragen unsicher ist, dem helfen das örtliche Standesamt, das beauftragte Bestattungsunternehmen oder auch die Ansprechpartner bei entsprechenden Versicherern weiter. Generell gilt: Eine gut geregelte Vorsorge kann die Angehörigen in einer solch schwierigen Zeit entlasten.

Infografik Bürokratie nach dem Tod


Eine detaillierte Checkliste gibt es unter: https://www.monuta.de/ratgeber/todesfall-checkliste/.
Weitere Vorsorgedokumente finden Sie hier: https://www.monuta.de/vorsorgedokumente/

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