Bestattungswandel in Deutschland

29.04.2019 / Bestattungen & Friedhof

Die Bestattungskultur ist im Wandel: Immer weniger Menschen wollen eine Erdbestattung im Sarg, sondern wünschen eine Einäscherung. Doch es gibt noch weitere Alternativen zur Erdbestattung.

Urnenbestattung mit Stein und Kerze

Bestattungen in Deutschland: Mehrheit wünscht Einäscherung

Laut dem Bundesverband Deutscher Bestatter kann sich nur noch jeder Dritte eine herkömmliche Erdbestattung im Sarg vorstellen. Die meisten Menschen in Deutschland wünschen sich eine Einäscherung mit Beisetzung der Asche in einer Urne. Solche Urnengräber benötigen deutlich weniger Platz, sind deshalb günstiger und in der Regel leichter zu pflegen. Die Gesamtkosten für eine einfache Urnenbestattung liegen bei mindestens 3.000 Euro, für eine Erdbestattung im Schnitt bei 6.000 bis 8.000 Euro (mehr zu den Bestattungskosten). Der genaue Preis hängt von individuellen Wünschen des Verstorbenen und der Angehörigen ab, sowie von regionalen Gebühren.

Die traditionelle Erdbestattung in einem Sarg ist fast immer die teuerste Bestattungsart. Alternative Bestattungsformen sind zwar etwas günstiger, können aber ebenfalls eine finanzielle Belastung für Angehörige werden. Eine gute Bestattungsvorsorge, zum Beispiel mit einer Sterbegeldversicherung, ist deshalb bei allen Bestattungsarten sinnvoll. Sie ermöglicht einen würdevollen Abschied ganz nach den eigenen Wünschen.

Im Trend: Pflegefreie Bestattungsarten

Der Trend geht seit einigen Jahren hin zu pflegefreien Bestattungsangeboten. Dazu zählen vor allem Urnenwände in einem Kolumbarium, Baumbestattungen auf einem Waldfriedhof sowie Rasengräber und Gemeinschaftsgräber auf einem klassischen Friedhof. Viele Menschen entscheiden sich zu Lebzeiten ganz bewusst für eine dieser Bestattungsarten, um ihren Angehörigen mit der Grabpflege nicht zur Last zu fallen. Denn um Blumen auf dem Sarg und anderen Grabschmuck müssen sich Angehörige bei diesen Bestattungsarten nicht mehr kümmern.

Friedhofszwang und Seebestattung

In Deutschland gibt es einen Friedhofszwang: Verstorbene müssen auf einem offiziellen Friedhof beigesetzt werden. In einigen Bundesländern gibt es aber Ausnahmen, wie in Bremen. Dort dürfen Angehörige die Asche unter bestimmten Auflagen auch auf einer eigenen Fläche ausstreuen. Dies kann zum Beispiel der eigene Garten sein. Außerdem dürfen Angehörige in Bremen die Urne für bis zu zwei Jahre zu Hause aufstellen. Erst danach muss der Verstorbene auf einem Friedhof beigesetzt werden. Inzwischen bieten einige Friedhöfe in Deutschland auch an, dass die Asche in einem Waldfriedhof oder auf einem Rasenfeld verstreut wird.

Bei der Seebestattung entfällt der Friedhofszwang: Die Stadt erteilt auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung, die einen von der Friedhofspflicht befreit. Spezielle Bestattungsschiffe fahren dann mit der See-Urne an ausgewählte Orte außerhalb der Drei-Meilen-Zone. Dort halten sich weder Fischer noch Wassersportler auf. Nachdem der Kapitän die Urne dem Meer übergeben hat, gibt es eine kleine Trauerfeier und das Schiff fährt eine Ehrenrunde über das Seegrab. Auch die Seebestattungen werden immer beliebter. Der Bundesverband Deutscher Bestatter geht im Jahr 2017 von rund 15.000 Beisetzungen auf See aus, genauen Statistiken gibt es aber nicht.

Angehörige im Ausland bestatten

Während in Deutschland Friedhofszwang herrscht, gibt es solche strengen Vorschriften in den meisten anderen Ländern nicht. In der Schweiz darf die Asche zum Beispiel auch in einem Bergbach oder auf einer Almwiese verstreut werden. In Frankreich, Tschechien und der Schweiz sind auch Luftbestattungen möglich. Die Asche wird hier aus einem Heißluftballon, einem Hubschrauber oder Flugzeug in die Luft gestreut. In den USA gibt es sogar die Möglichkeit einer Weltraumbestattung: Ein Teil der Asche wird in einer Metallkapsel zu den Sternen geschickt. Um die Urne ins Ausland zu überführen, arbeiten regionale Bestatter mit ausländischen Bestattungsinstituten zusammen. Die Bestattungskosten sind bei einer Beisetzung im Ausland zwar etwas höher, doch auch diese Kosten kann eine Sterbegeldversicherung auffangen und die Angehörigen entlasten.

Bestattungswünsche zu Lebzeiten festhalten

Einige Bestattungsarten sind nur möglich, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten ausdrücklich diese gewünscht hat. Eine Seebestattung kann zum Beispiel nur vorgenommen werden, wenn der Wunsch schriftlich vorliegt. Deshalb ist eine Bestattungsverfügung sehr wichtig. Darin ist nicht nur die Bestattungsart festgelegt, sondern sie enthält auch besondere Wünsche wie eine Trauerfeier, Blumenschmuck oder eine Traueranzeige.

 

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