Beerdigungskosten von der Steuer absetzen
Beerdigungskosten von der Steuer absetzen

Können Beerdigungskosten von der Steuer abgesetzt werden?

30.11.2017 / Bestattungskosten

Jeder Mensch scheidet eines Tages aus dem Leben. Das Letzte woran man sich erinnern möchte, sind die Beerdigungskosten. Rund 50% der betroffenen Hinterbliebenen verschulden sich, um Ihren Liebsten einen würdevollen Abschied zu gewährleisten.Todesanzeige, Blumen, Grabstätte, Trauerfeier, Bestattung und vieles mehr – da kommen schnell mehrere Tausend Euro zusammen. Daher stellt sich häufig die Frage: Kann man Bestattungskosten von der Steuer absetzen?

Selbst wenn die Erben des Verstorbenen das Erbe ablehnen sind Sie aufgrund des Bestattungsgesetzes der einzelnen Bundesländer dazu verpflichtet, die Kosten der Beerdigung zu tragen. Unter gewissen Voraussetzungen können die Bestattungskosten jedoch von der Steuer abgesetzt werden.

Deckt das gesamte Erbe die Kosten für die Beerdigung nicht ab, dann kann die Differenz als außergewöhnliche Belastung angesetzt werden. In diesem Fall wird der Anteil, der über der zumutbaren Eigenbelastung steht, abgezogen.

Können sich Erben die Bestattung nicht leisten, springt das Sozialamt oder aber eine andere dem Verstorbenen sehr nahestehende Person ein. Diese Person kann die Kosten ebenso in der Steuer als außergewöhnliche Belastung angeben, sofern die Eigenbelastungsgrenze nicht überschritten wird.

Ist der Nachlass höher als die Bestattungskosten, gibt es keinerlei Möglichkeit die Kosten bei der Steuererklärung geltend zu machen. Zum Nachlass zählen beispielsweise Geldvermögen, Aktien und Geldanlagen, sowie Immobilien.

Wenn beispielsweise das Erbe eine Höhe von insgesamt 15.000 Euro beträgt, die gesamten Bestattungskosten sich aber auf 9.000 Euro belaufen, kann nichts steuerrechtlich geltend gemacht werden, da der Nachlass die Kosten abdeckt.

Hatte der Verstorbene eine Sterbegeldversicherung, wird deren Auszahlung mit den Bestattungskosten verrechnet und mindert den Betrag, der steuerlich geltend gemacht werden kann.

Somit können beim Finanzamt folgende Kosten geltend gemacht werden:

  • Ausgaben für das Bestattungsunternehmen
  • Überführung
  • Sarg / Urne
  • Steinmetz
  • Krematorium
  • Friedhofsverwaltung
  • Grabstätte
  • Blumenschmuck
  • Drucksachen, Porto
  • Trauerredner, Musiker und Verwaltungsgebühren 

Nicht anerkannt werden Kosten für die:

  • Bewirtungskosten von Trauergästen
  • Reisekosten der Trauergäste
  • die Ausgaben für entsprechende Bekleidung
  • Grabpflege und -bepflanzung

Sind die Beerdigungskosten letztendlich höher als das Erbe, werden bis zu 7.500 Euro angerechnet und vom Finanzamt gegebenenfalls zurückgezahlt. Hierzu muss jedoch eine Einkommenssteuererklärung mit dazugehörigen Rechnungen und Belegen zu den Bestattungskosten erfolgen. Voraussetzung dafür ist, dass die Beerdigungskosten aus sittlichen oder rechtlichen Gründen getragen wurden. Ein Angehöriger, der kein Erbe erhält, ist rechtlich nicht verpflichtet, Beerdigungskosten zu übernehmen. Es besteht allerdings eine sittliche Pflicht, wenn Verwandte, Freunde oder Nachbarn die Kostenübernahme erwarten.

Eine Sterbegeldversicherung kann nicht von der Steuer abgesetzt werden, macht es für Ihre Hinterbliebenen aber um einiges leichter, Ihnen einen würdevollen Abschied aus dem Leben zu ermöglichen.

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