Vorsorge über den Tod hinaus

08.01.2020 / Sterbegeld

Kaum jemand beschäftigt sich zu Lebzeiten mit seinem Tod. Dabei wäre es für die Angehörigen eine große Erleichterung, wenn mit einer Sterbeversicherung die Bestattung geregelt wäre.

Oliver Suhre, Generalbevollmächtigter Monuta Versicherungen

Interview mit Oliver Suhre, dem Generalbevollmächtigten der Monuta Versicherung, über das Thema Sterbevorsorge und Sterbeversicherung.

Herr Suhre, ein Thema ist immer noch ein Tabu – die Beschäftigung mit dem eigenen Tod. Warum tun wir uns eigentlich so schwer mit dem Thema?

In der Tat ist es hierzulande noch immer ein Tabu. Das liegt vermutlich daran, dass die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod schwierig ist. Dabei müssen wir uns bewusstmachen: Der Tod gehört zum Leben dazu. In den Niederlanden, wo Monuta seinen Ursprung hat, ist man hier deutlich weiter. Niederländer haben ein anderes Verhältnis zum Tod, ein offener Umgang ist für alle selbstverständlich.

Und entsprechend wird hier auch schon bei jungen Familien vorgesorgt, damit alles geregelt ist. Dabei bedeutet Vorsorge weitaus mehr als die rein finanzielle Absicherung. Wer nur an die Kosten denkt, denkt viel zu kurz.

Was raten Sie Ihren Kunden zum Thema Vorsorge?

Wichtig ist eine ganzheitliche Vorsorge. Denn nur so stellen Sie sicher, dass alles genau so passiert, wie Sie es sich zu Lebzeiten vorstellen. Nur an die finanziellen Mittel zu denken und zu definieren, wie man sich seine Beerdigung wünscht, reicht nicht aus. Auch das Testament sowie die Patienten- und Sorgerechtsverfügung müssen immer aktuell sein. Für Unternehmer ist es außerdem wichtig zu klären, was mit der Firma passieren soll. Jeder muss sich also frühzeitig mit dem Thema Nachfolge befassen, aber auch für den Fall vorsorgen, dass man zum Beispiel völlig unerwartet durch einen Unfall ausfällt.

Bis vor ein paar Jahren gab es Geld vom Staat für eine Beerdigung. Heute muss jeder für sich selbst vorsorgen. Ein Faktor, der ganz schön teuer werden kann – wie kann man sich für den Fall absichern?

Die gesetzlichen Krankenkassen decken das Sterbegeld seit 2004 nicht mehr ab. Seitdem muss jeder selbst vorsorgen – mit einer Sterbegeldversicherung. Diese stellt sicher, dass für die Bestattung,die Trauerfeier und für alles, was sich der Versicherte für seinen letzten Weg wünscht, die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Das eingezahlte Geld gilt dabei als Schonvermögen: Sollte man im Alter also z. B. auf Sozialhilfe angewiesen sein, darf das Sozialamt die Gelder in der Sterbegeldversicherung nicht zur Beitragsberechnung miteinbeziehen.

Was kostet eine Bestattung eigentlich?

Laut Stiftung Warentest kostet eine Bestattung zwischen 6.000 und 8.000 Euro – Tendenz steigend.

Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, hängt auch vom Umfeld und den Wünschen ab.
Wohnen Sie in der Stadt oder auf dem Land? Wie hoch sind die Friedhofsgebühren? Bevorzugen Sie eine traditionelle oder moderne Beerdigung? Wie viele Trauergäste sollen eingeladenwerden? Soll es eine Traueranzeige geben?

Häufig sind Angehörige ziemlich überrascht von den hohen Bestattungskosten, mit denen sie plötzlich konfrontiert sind.

Wenn ich als Angehöriger das Erbe ausschlage, bin ich dann nicht auch von der Pflicht befreit, für die Bestattungskosten aufzukommen?

Nein, denn in Deutschland gilt das Recht auf Totenfürsorge. Das heißt: Unabhängig vom Erbe haben Angehörige die Pflicht, sich um den Leichnam des Verstorbenen zu kümmern. Nur in Ausnahmefällen können sich Erben davon befreien lassen. Wenn nahe Angehörige sich weigern, die Bestattungskosten zu übernehmen, zahlt zunächst das Ordnungsamt, fordert das Geld aber zurück.

In welchem Alter sollte eine Sterbegeldversicherung spätestens abgeschlossen werden?

Dass die Sterbegeldversicherung nur ein Produkt für die Generation 50plus sei, ist ein Irrglaube. Insbesondere für junge Menschen und Familien lohnt sich der Abschluss. Denn je jünger der Kunde beim Abschluss der Versicherung ist, desto geringer ist automatisch das Todesfallrisiko.

Da die Versicherungsprämie individuell nach dem Geburtsdatum der versicherten Person berechnet wird, ist der Beitrag deutlich günstiger, wenn die Versicherung von einem jungen Menschen abgeschlossen wird. Hier können Kunden bei Zahlung per Einmalbeitrag besonders profitieren, da die eingezahlte Summe zumeist deutlich niedriger ist als die Versicherungsleistung.


Das Interview wurde in der Sonderpublikation Analyse. Versicherung & Vorsorge in "Die Welt" im Dezember 2019 veröffentlicht. Monuta empfiehlt auch den Artikel auf Seite 26: "Warum sich eine Sterbegeldversicherung lohnt."

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