Kinder und der Tod: Nützliche Tipps im Umgang mit dem Unvermeidlichen

14.11.2018 / Vorsorge

Wenn ein geliebter Mensch bestattet wird, stehen Eltern neben ihrer eigenen Trauerbewältigung vor der Frage: Wie soll ich mit meinem Kind über den Tod reden? Kinder in Beziehung mit dem Tod zu setzen, fällt schwer. Schließlich sollen sie zunächst vor den Schattenseiten des Lebens bewahrt werden. Tritt der Fall jedoch einmal ein, ist es Aufgabe der Eltern, diese Phase tröstend zu begleiten. Offen darüber zu sprechen und Neugier auf das wichtige Thema bei ihnen zu wecken, sind in dieser Ausnahmesituation dann sehr hilfreich für alle Beteiligten. „Seitdem ich selbst Vater bin, weiß ich erst, wie schwierig es wirklich ist, Kindern den Tod nahe zu bringen“, sagt Oliver Suhre, Geschäftsführer der Monuta Sterbegeldversicherungen. „Doch es ist wichtig, das Thema „Sterben“ nicht zu verdrängen, denn damit ist keinem geholfen.“

Zusammen mit Joachim Hall, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-Nord, gibt Oliver Suhre nützliche Tipps, wie man mit Kindern in solch einer schweren Zeit umgeht – und sie gut durchsteht.

1. Offen über den Tod sprechen
„Wo ist Oma jetzt? Geht es ihr gut?“ Diese Fragen werden am häufigsten gestellt. Die Antworten darauf sollten offen und ehrlich erfolgen, ohne Angst vor dem Thema. „Beschönigungen, wie "Oma schläft jetzt" oder "sie befindet sich auf einer langen Reise" helfen dem Kind nicht, sie könnten sich dadurch sogar fürchten. Sie fragen sich, ob sie selbst wieder aufwachen, wenn sie sich schlafen legen. Kinder können nicht abstrakt denken und nehmen solche Aussagen wörtlich auf“, weiß Suhre.

2. Eigene Gefühle zeigen
Eltern sollten ihren Kindern erklären, warum sie selbst in den letzten Tagen viel geweint haben. Es hilft auch dabei, ihnen darzulegen, wie sie zeitweise Trost fanden. Kinder lernen so, dass Erwachsene die gleichen Gefühle haben, wie das Kind selbst. Eine trost-spendende Umarmung hilft über den Verlust hinweg.

3. Kinder auf der Trauerfeier? Natürlich!
Ab dem vierten Lebensjahr ist es gut, das Kind an einer Trauerfeier teilhaben zulassen, damit es den zeremoniellen Ablauf kennenlernt. Dort wird viel über den Verstorbenen gesprochen, sich an ihn erinnert. Durch die Teilnahme lernt das Kind, auf seine ganz eigene Art und Weise Abschied zu nehmen. „Es kann in der Kapelle herumlaufen, auf dem Schoß einer vertrauten Person sitzen oder Bilder malen, die die Gefühle zum Ausdruck bringen“, erklärt Pfarrer Joachim Hall. „So gestaltet es sogar die Zeremonie aktiv mit – und die Bilder können schließlich mit in das Grab des Verstorbenen gelegt werden.

4. Urnenbestattungen bedürfen besonderer Aufklärung
Bei einer Urnenbestattung sollten die Kinder allerdings altersgerecht vorbereitet werden. Kleinen Kindern ängstigt der Gedanke, dass ein verstorbener Mensch verbrannt wird. Es sollte vielmehr gesagt werden: "Die Urne ist eine Erinnerung an Opa". Erst ab dem Grundschulalter verstehen Kinder diese Bestattungsform.

5. Erinnerungen bleiben
„Nach einer Bestattung mit dem Kind alte Fotoalben durchzublättern und positive Geschichten zu der verstorbenen Person zu erzählen, hilft das Verlustgefühl zu verstehen. Die Person ist fort, existiert aber weiter in den Gedanken. Es ist ein tröstliches Gefühl, zu wissen, dass geliebte Menschen nicht vergessen werden“, erklärt Suhre.

6. Keinen Druck ausüben
Kinder trauern anders als Erwachsene. Aus diesem Grund sollten Kinder nicht dazu gedrängt werden, über den Tod zu sprechen. Oft wirken sich Trauerphasen neben Weinen auch durch Stille und Wutausbrüche aus. So überwinden sie das Ohnmachtsgefühl. Dabei ist es wichtig, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Dennoch trösten Umarmungen und die elterliche Nähe am meisten.

Bildquelle: pixabay

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