Plötzlicher Tod

Tod ohne Vorwarnung: Was muss jetzt geregelt werden?

22.08.2018 / Vorsorgedokumente

Schlaganfall, Herzinfarkt, Autounfall – es kann jeden Tag passieren und jeden von uns treffen: der plötzliche Tod. Alleine im August letzten Jahres kamen in Deutschland über 300 Menschen in Folge eines Verkehrsunfalls ums Leben, belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Für die Angehörigen ein Albtraum. Doch neben Schock und Trauerbewältigung müssen die Angehörigen vor allem „organisatorische Belange“ regeln. Eine finanzielle Absicherung sowie wichtige Vorsorgedokumente entlasten die Hinterbliebenen enorm und nehmen ihnen eine große Bürde. Im Folgenden klären die Monuta Versicherungen mit Unterstützung von Rechtsanwalt Lutz Arnold LL.M. darüber auf, welche Dokumente und Vollmachten essentiell sind.

1. Bei einer Bestattung summieren sich schnell die Kosten. Was wird oft vergessen?

Lutz Arnold: "Oft wird der finanzielle Aufwand unterschätzt, den eine Bestattung haben kann: die eilig gedruckten Einladungskarten, der Sarg, der Blumenschmuck, die Kosten des Bestatters, der Grabstein, das Grab selbst sowie die städtischen Gebühren müssen bezahlt werden. Nicht selten kommt es vor, dass mit dem Verstorbenen ein Mietvertrag mit dreimonatiger Kündigungsfrist besteht. Die Folge: Schnell sind Summen von 7.000 bis 9.000 Euro erreicht, die einer der Angehörigen vorstrecken und sich hinterher mühevoll von der Erbmasse zurückholen muss – sofern diese überhaupt ausreicht."

2. Was müssen Hinterbliebene bei Vollmachten, Verträgen und digitalem Nachlass beachten?

Lutz Arnold: "Um welche Verträge und Rechnungen sich Angehörige kümmern müssen, ist leider nicht so leicht herauszubekommen. Ohne Vollmacht dürfen sie auch von Dritten, wie beispielsweise der Bank oder dem Vermieter, keine Auskunft erhalten. Am sinnvollsten ist es, die Kontoauszüge des Verstorbenen der letzten zwölf Monaten durchzugehen. So wird recht schnell ein erster Überblick geschaffen. Darüber hinaus sollten persönliche Passwörter und Login-Daten für bestimmte Vertrauenspersonen zugänglich sein. Das ermöglicht Hinterbliebenen, sich unkompliziert auch um das digitale Erbe zu kümmern. Dabei ist der digitale Nachlass gleich zu behandeln wie der analoge. Vor allem das Testament ist für Angehörige enorm wichtig und sollte schon zu Lebzeiten nicht vernachlässigt werden. Jene bevollmächtigte Person, die die Aufgabe hat, die Trauerfeier zu organisieren, sollte mit einer Vorsorge- beziehungsweise Generalvollmacht ausgestattet werden. Achtung: Beinhaltet die Vollmacht nicht die Klausel ‚über den Tod hinaus’, ist sie nach dem Tode nicht gültig und somit nicht rechtswirksam.

Nicht selten sind heftige Streitigkeiten unter den Erben und Angehörigen im Nachgang vorprogrammiert. Besonders in der Trauerphase sollten sich Hinterbliebene nicht damit beschäftigen müssen. Eine Sterbegeldversicherung kann hier aus meiner Sicht große Abhilfe verschaffen, vor allem wenn es sich um finanzielle Uneinigkeit handelt."

Checkliste Vorsorgedokumente – für den Fall der Fälle

Rechtlich:

Finanziell:

Organisatorisch:

  • Festhalten medizinischer Informationen zu Allergien, Krankheiten und anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
  • Gegebenenfalls Organspende-Ausweis ausfüllen
  • Passwortlisten (Stichwort: digitales Erbe – Login-Daten detailliert aufschreiben)
  • Hinweise, wie Bestattung ablaufen soll (zum Beispiel: Erd- oder Feuerbestattung?)
  • Namenslisten (Wer soll zur Trauerfeier kommen? Wer soll sich um die Trauerfeier kümmern?)
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