Angehörige und Familienmitglieder entlasten - Fünf Irrtümer über Tod und Bestattung

07.06.2013 / Sterbegeld

Eine Bestattung kostet heute rund 6.000 Euro. Diese Kosten übernehmen entgegen der Annahme vieler Menschen weder Krankenkassen noch Arbeitgeber. „Die gesetzlichen Krankenkassen haben nach der Reform von 2004 ihre bis dahin geltenden Regelungen zur Zahlung von Sterbegeld ersatzlos gestrichen“, erläutert Capellmann, „und auch die privaten Krankenkassen übernehmen keine Kosten“. Ähnlich sieht es bei den Arbeitgebern aus. Lediglich Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst erhalten für den Sterbemonat und zwei Folgemonate ihre Bezüge weiter.

Einem großen Irrtum unterliegen viele, wenn es um die Übernahme der Bestattungskosten durch Angehörige geht. „Wer denkt, dass die Ausschlagung des Erbes von der Kostenübernahme befreit, sieht sich getäuscht“, sagt Capellmann. Die Bestattung ist vom Erbrecht unabhängig. Es greift die so genannte „Totenfürsorgepflicht“. Eine Befreiung erfolgt nur in Ausnahmefällen, beispielsweise wenn Angehörige nachweislich durch den Verstorbenen misshandelt wurden.

Auch die Annahme, der Staat komme für die Bestattungskosten auf, trifft nur bedingt zu. Erst wenn Angehörige belegen können, dass sie selbst nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, hilft das Sozialamt. „Eine Sozialbestattung umfasst dann in der Regel nur die reine Bestattungsleistung – ohne Blumen, ohne persönliche Trauerfeier. Diese Vorgehensweise dürfte sich angesichts klammer öffentlicher Kassen auch nicht ändern“, so Capellmann.

Wer über den Tod hinaus selbstbestimmt handeln möchte, sorgt besser selbst vor. „Der viel zitierte Sparvertrag ist dazu wenig geeignet. Die Trauerfall-Vorsorge ist und bleibt eine Risikovorsorge, die auch bei einem frühen Tod anfallende Kosten abdecken muss“, erklärt Capellmann. Selbst wenn frühzeitig Geld zurückgelegt wird, steht dieses möglicherweise für die Bestattung nicht zur Verfügung – beispielsweise, wenn durch Pflegebedürftigkeit hohe Kosten entstehen. Bevor der Staat für die Kosten aufkommt, müssen eigene Ersparnisse bis auf einen geringen Freibetrag verbraucht sein. Eine zweckgebundene Trauerfall-Vorsorge hingegen fällt unter das gesetzliche Schonvermögen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.monuta.de/vorsorgen oder unter der Rufnummer 0180-60 00 010.

Irrtum 1: Bestattungskosten trägt die Krankenkasse.

Das ist nicht mehr der Fall. Nur bis 2004 zahlten die gesetzlichen Krankenkassen einen Zuschuss, mit dem „Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung“ (GMG) wurde dieser jedoch ersatzlos gestrichen.

Irrtum 2: Jeder Arbeitgeber zahlt Sterbegeld.

Lediglich die Angehörigen von Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst erhalten nach ihrem Tod noch für den Sterbemonat und zwei Folgemonate ihre Bezüge. Alle anderen Arbeitnehmer haben keinerlei Anspruch darauf.

Irrtum 3: Angehörige müssen nur zahlen, wenn sie das Erbe annehmen.

In Deutschland gilt die so genannte „Totenfürsorgepflicht“, die mit dem Erbrecht nichts zu tun hat. Wenn ein Angehöriger sich weigert, die Bestattungskosten zu übernehmen, zahlt zwar erst einmal das Ordnungsamt – die Kosten werden aber später in Rechnung gestellt.

Irrtum 4: Wer kein Geld hat, wird auf Staatskosten bestattet.

Das Sozialamt zahlt nur dann, wenn die Angehörigen die Bestattungskosten nachweislich nicht übernehmen können. Die Zahlung deckt jedoch ausschließlich die Bestattung ab, nicht aber eine Trauerfeier.

Irrtum 5: Ein Sparvertrag sichert die Bestattungskosten ab.

Eine Bestattungsvorsorge sollte auch das Risiko eines frühen Todes absichern. Läuft ein Sparvertrag erst kurze Zeit, wird das angesparte Geld die Bestattungskosten kaum abdecken. Anders als die Trauerfall-Vorsorge zählt der Sparvertrag auch nicht zum gesetzlichen Schonvermögen. Bevor der Staat beispielweise im Pflegefall finanzielle Unterstützung leistet, sind bis auf einen geringen Freibetrag alle eigenen Mittel aufzubrauchen – auch der Sparvertrag für die Bestattung.

Auch wir verwenden Cookies, um Ihnen die Benutzung der Website zu erleichtern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen zu unseren Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Datenschutzerklärung   Datenschutz/Cookies   Impressum