Im Krankheits- oder Todesfall - wie Sie Ihre Kinder mit einer Sorgerechtsverfügung schützen

10.12.2015 / Vorsorgedokumente

So haben nur wenige Deutsche Verfügungen für den eigenen Krankheits- oder Todesfall getroffen – eine alarmierende Vorsorgelücke für Betroffene wie Angehörige. Und insbesondere ein Versäumnis, das jährlich eine Vielzahl von Kindern trifft. Denn leider herrscht der Irrglaube vor, dass im Ernstfall automatisch Taufpaten oder Verwandte wie Geschwister oder Großeltern als Sorgeberechtigte einspringen können.

Eltern und speziell alleinerziehende Mütter oder Väter sollten daher frühzeitig vorsorgen und das Gespräch mit Vertrauten suchen, die die Kinder aufnehmen können. Das reicht aber noch nicht. Denn: Ohne eine schriftliche Sorgerechtsregelung entscheidet allein das Vormundschaftsgericht über einen geeigneten Vormund. Mit einem rechtsgültigen Dokument hingegen können Eltern benennen, wer sich um die gemeinsamen Kinder kümmern soll. 

„Auch bei einer vorliegenden Sorgerechtsverfügung trifft das Vormundschaftsgericht die letzte Entscheidung. Denn schließlich kann sich an der Situation des im Dokument bestimmten Sorgeberechtigten immer etwas geändert haben“, erläutert Walter Capellmann, Hauptbevollmächtigter der Monuta N.V. Niederlassung Deutschland. Neben der grundsätzlichen Frage, ob sich die Kinder bei der benannten Person wohlfühlen, ist es daher entscheidend zu klären, ob der Berechtigte – der volljährig sein muss – auch finanziell in der Lage ist, die Versorgung zu tragen.

„Vielen Eltern fällt eine so folgenreiche Entscheidung schwer. Daher ist es wichtig zu wissen, dass sie sich nicht auf eine Person festlegen müssen. Vater und Mutter dürfen auch unterschiedliche Vertraute bestimmen“, so Capellmann. „Für die Benennung des Vormunds gilt dann die Wahl des zuletzt verstorbenen Elternteils.“ Außerdem sollten Ersatzpersonen sowie nicht infrage kommende Personen aufgeführt werden.

Mithilfe vorgefertigter Vordrucke können Eltern die Sorgerechtsverfügung leicht erstellen. Diese muss immer handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Es empfiehlt sich danach, das Dokument an einem sicheren Ort aufzubewahren – etwa Zuhause, bei einer privaten Hinterlegungsstelle wie der GFVV mbH (www.gfvv24direkt.de) oder auch bei einer vertrauenswürdigen Person.

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Sorgerecht für Ihre Kinder: Diese Punkte sollten Sie klären

Auch bei einer bestehenden Sorgerechtsverfügung entscheidet das Gericht über die Eignung der benannten Person(en). Daher sollten Eltern mit Bedacht abwägen, wer als Vormund der Kinder in Frage kommt.

Bereitschaft erfragen

Die wichtigste Frage ist, ob sich die Wunsch-Person bereit erklärt, die Kinder bei sich aufzunehmen und sich um sie zu kümmern. Dies sollte im Vorfeld geklärt werden – noch bevor der Sorgeberechtigte schriftlich in einer Verfügung festgelegt wird.

Das Alter berücksichtigen

Der Sorgeberechtigte muss einerseits volljährig und geschäftsfähig sein. Andererseits sollte er auch längerfristig in der Lage sein, die Kinder zu versorgen und entsprechend der Wertvorstellungen der Eltern zu erziehen. So kämen beispielsweise ab einem gewissen Alter Großeltern, die körperlich in einer schlechten Verfassung sind, nicht mehr in Frage.

Finanzielle Fragen klären

Eltern sollten sich fragen, ob der Sorgeberechtigte finanziell in der Lage ist, die Versorgung zu übernehmen. Werden etwa Freunde oder Geschwister ausgewählt, die selbst bereits drei Kinder haben, wird es für die zukünftige Patchwork-Familie möglicherweise nicht nur räumlich zu eng.

Vertrauen einschätzen

Letztlich sollten sich die Kinder bei dem Sorgeberechtigten wohlfühlen. Ideal ist es, das bereits bestehende soziale Umfeld möglichst zu erhalten. Wenn dann auch die Geschwisterkinder zusammenbleiben dürfen, sollte für den Nachwuchs gut gesorgt sein.  

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